Teheran weist G-8-Kritik als-"Einmischung" zurück

27. Juni 2009, 15:15
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Außenamt: Wahlbeteiligung von 85 Prozent "markierte Wendepunkt der iranischen Demokratie"

Teheran - Der Iran hat die Forderung der führenden Industriestaaten und Russlands (G-8), fundamentale Menschenrechte zu achten, in scharfem Ton zurückgewiesen. Die G-8-Stellungnahme sei eine Einmischung in innere Angelegenheiten und voreilig gewesen, zitierte die Nachrichtenagentur ISNA am Samstag Außenamtssprecher Hassan Ghashghavi. Die Präsidentschaftswahl am 12. Juni habe in einer "vollkommen legalen, freien und konkurrenzbetonten Atmosphäre" stattgefunden.

Die Wahlbeteiligung von 85 Prozent habe einen Wendepunkt in der religiösen iranischen Demokratie markiert, sagte Ghashghavi. Doch trotz aller Demokratiebekundungen werde dies in westlichen Ländern nicht gesehen. Die Außenminister hätten sich, so Ghashghavi, lieber mit den wirklichen Problemen in der Welt befassen sollen.

Die G-8-Minister hatten sich am Freitag im italienischen Triest "besorgt" über die Gewalt im Iran nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad geäußert. Sie appellierten an die iranische Führung, nach einer friedlichen Lösung der Krise zu suchen. Auf Druck Russlands wurde in diesem Zusammenhang die "volle Achtung der iranischen Souveränität" betont. (APA/dpa)

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