Protestantische Milizen gaben Entwaffnung bekannt

27. Juni 2009, 14:46
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"Der Kampf ist vorbei" - Gegnerische IRA hatte eigene Waffenarsenale 2005 zerstört

Belfast/London - Die wichtigsten protestantischen Milizen in Nordirland haben am Samstag offiziell ihre Entwaffnung bekanntgegeben. Die "Ulster Volunteer Force" (UVF) als älteste paramilitärische Gruppe der Protestanten und das ihr nahestehende Red Hand Commando (RHC) teilten in Belfast mit, ihre Waffenarsenale seien nun vollständig zerstört. Die "Ulster Defence Association" (UDA) erklärte, mit der Entwaffnung begonnen zu haben. Die Milizen hatten vor rund zwei Jahren der Gewalt abgeschworen, sich aber bisher gegen eine Entwaffnung gewehrt.

"Bewaffneter Widerstand nicht länger nötig"

"Der Kampf ist vorbei", teilte die UDA mit. "Frieden und Demokratie sind gesichert, ein bewaffneter Widerstand nicht länger nötig. Folglich machen wir unser Waffenarsenal dauerhaft unbrauchbar." Die Gruppe folgte damit der "Ulster Volunteer Force", die nur kurz zuvor das Ende ihrer Entwaffnung meldete. Ein UVF-Sprecher teilte in Namen der Gruppe mit, alle ihre Waffen seien unter den Augen unabhängiger Zeugen nachweislich und unwiederbringlich zerstört worden.

Die britische Regierung hatte den Milizen im vergangenen Jahr eine Frist von einem Jahr für ihre Entwaffnung gesetzt. Die gegnerische katholische Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) hatte vor vier Jahren ihre Waffenarsenale vollständig zerstört.

UVF, RHC und UDA werden für den Tod von rund tausend Menschen während des jahrzehntelangen Nordirland-Konflikts verantwortlich gemacht. Sie sind in Großbritannien verboten und gelten als Terror-Organisationen.

Die IRA und die pro-britischen Gruppen kämpften ab dem Ende der 60er Jahre gegeneinander. Dabei wurden mehr als 3.600 Menschen getötet. Der Bürgerkrieg endete mit dem Karfreitagsabkommen von 1998. Seitdem kam es aber noch vereinzelt zu Anschlägen. Im März töteten IRA-Splittergruppen einen Polizisten und zwei britische Soldaten. Die Anschläge schürten rund ein Jahrzehnt nach dem Friedensabkommen die Angst vor einer neuen Welle der Gewalt. (APA/AFP/Reuters/AP)

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