Warnung an den Westen

27. Juni 2009, 13:46
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Neue Regierung werde "dem Westen entschiedener und machtvoller begegnen"

Teheran - Zwei Wochen nach seiner umstrittenen Wiederwahl hat der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad den Ton gegenüber dem Westen verschärft. "Ohne jeden Zweifel wird die neue iranische Regierung dem Westen entschiedener und machtvoller begegnen", sagte Ahmadinejad am Samstag laut staatlicher Nachrichtenagentur IRNA.

Zeichen für geringe Kompromissbereitschaft

Beobachter gehen davon aus, dass er damit deutlich machen wollte, dass die Kompromissbereitschaft Teherans bei Streitthemen wie dem iranischen Atomprogramm oder der Nahost-Politik geringer als je zuvor sein werde. Dabei ist Ahmadinejads umstrittene Wiederwahl noch nicht offiziell bestätigt worden, Kritiker sprechen von Wahlbetrug.

Obama hätte den Iran beleidigt

US-Präsident Barack Obama und führende Politiker europäischer Länder hätten die iranische Nation beleidigt, weil sie sich in innere Angelegenheiten der Islamischen Republik eingemischt hätten, betonte Ahmadinejad weiter. Der US-Präsident und europäische Regierungschefs hatten die iranische Regierung aufgefordert, den Konflikt nach den Wahlen mit friedlichen Mitteln zu lösen und keine Gewalt zur Unterdrückung friedlicher Proteste anzuwenden. "Diesmal wird die iranische Nation entschieden und klar antworten, so dass ihr (der Westen) beschämt seid und bereut", sagte Ahmadinejad.

Vor der eignen Türe kehren

Die Weltmächte sollten zu ihren eigenen Grenzen zurückkehren, mit der Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten aufhören und ihr Ansehen nicht beschädigen, indem sie mit "imperialistischer und arroganter Rhetorik" zur Welt sprächen, sagte er weiter. Die Führung in Teheran will die diplomatischen Beziehungen zu verschiedenen europäischen Staaten, darunter Großbritannien, Frankreich und Deutschland, überprüfen oder sogar herabstufen. (APA/dpa)

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