Rezaie will sich beteiligen

27. Juni 2009, 12:48
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Ahmadinejad wirft US-Präsident Obama erneut Einmischung vor

Teheran - Der unterlegene iranische Präsidentschaftskandidat Mohsen Rezaie hat sich zur Teilnahme an einer Sonderkommission zur Untersuchung der umstrittenen Wahl bereiterklärt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur IRNA am Samstag meldete, will Rezaie einen Vertreter in das Gremium schicken, wenn sich auch die zwei anderen unterlegenen Kandidaten daran beteiligen. Sollten alle Kandidaten an der Sonderkommission teilnehmen und alle vorgebrachten Beschwerden und Proteste untersucht werden, sei die Einrichtung des Gremiums "eine Lösung, um aus der aktuellen Situation herauszukommen", erklärte Rezaie.

Der frühere Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden hatte am Mittwoch seine Beschwerde gegen die Wahlergebnisse zurückgezogen. Die Reformkandidaten Mir-Hossein Moussavi und Mehdi Karroubi haben sich noch nicht dazu geäußert, ob sie sich an der Kommission beteiligen werden.

Der mächtige Wächterrat hatte am Freitag angekündigt, eine Sonderkommission mit einem Bericht zur Wahl zu beauftragen. Das Gremium, dem Politiker aus dem Regierungslager sowie Vertreter der unterlegenen Präsidentschaftskandidaten angehören sollen, soll die Neuauszählung von zehn Prozent der Stimmen überwachen und einen Bericht über den Wahlhergang am 12. Juni verfassen. Kurz zuvor hatte der Wächterrat erneut Vorwürfe des Wahlbetrugs zurückgewiesen.

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad warf US-Präsident Barack Obama unterdessen erneut eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Islamischen Republik vor. Obamas Äußerungen widersprächen "den Regeln und der Höflichkeit", erklärte Ahmadinejad laut einem Bericht der Nachrichtenagentur IRNA. Er verurteilte zudem "beleidigende Äußerungen" anderer westlicher Vertreter. Er werde "alle internationalen Instanzen" nutzen, um diese zur Rechenschaft zu ziehen.

Obama hatte sich "erschüttert und empört" über den Umgang mit regierungskritischen Demonstranten im Iran gezeigt und angesichts der Manipulationsvorwürfe das offiziell verkündete Wahlergebnis in Zweifel gezogen. (APA/AFP)

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