Neue Rennspiele kommen, das perfekte fehlt weiter

    27. Juni 2009, 13:30
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    Spielen mit Schleudertrauma: "Ich bin draufgekommen, dass es in meinem Leben Sachen gibt, die wichtiger sind, als mit dem Auto im Kreis zu fahren"

    "Ich bin draufgekommen, dass es in meinem Leben Sachen gibt, die wichtiger sind, als mit dem Auto im Kreis zu fahren", erkannte Nikolaus Lauda im September 1979, als er seinen (zwei Jahre später zurückgenommenen) Rücktritt als Formel-1-Fahrer bekannt gab. Wo er recht hat, hat er ja grundsätzlich recht, im Kreis zu fahren ist nicht die geistreichste Möglichkeit, seine Lebensjahre herunterzubiegen.

    Drei Neuerscheinungen

    Aber eine ungemein unterhaltsame, wenn man sie in der Sicherheit seines Spielzimmers praktiziert. Drei einschlägige Neuerscheinungen stehen ab dem Herbst an. Die Need-for-Speed-Reihe wird mit NFS Shift (Electronic Arts) prolongiert, ebenso kommt der dritte Teil von Forza Motorsport (Microsoft Game Studios) und Disney schickt den Arcade Racer Split Second in das Rennen um die Publikumsgunst. Nach ersten Testfahrten der noch unfertigen Spiele bleiben gute Eindrücke. Und die niederschmetternde Erkenntnis: Auf das Jahrhundertspiel wird man weiter warten müssen.

    Eine interessante Sache

    Es ist nämlich eine seltsame Sache mit den Autorennspielen. Jeder Entwickler hat gute Ideen aber keinen interessiert es, sie alle zu bündeln. Soll heißen: Ein Spiel bietet besonders realistische Grafiken und Spielmodi. Das nächste beeindruckende Möglichkeiten der Feinabstimmung des Wagens und der Boxenstrategie während des Rennens. Das dritte hat ein realistisches Modell für Schaden und Beschädigungen. Das vierte perfektioniert die fahrphysikalische Eigenschaften. Nur: die eine, wahre, Rennspielsimulation, bei der man alles in einem Paket bekommt, fehlt. Was zur Verzweiflung treiben kann, wie beim im Vorjahr erschienen Grid (Codemasters). Da gibt es beispielsweise das Zuckerl, die 24 Stunden von Le Mans in Echtzeit nachzufahren.

    Grandiose Idee ohne Boxenstopps

    Grandiose Idee - nur gibt es leider keine Boxenstopps. Was noch schmerzhafter wird, da der eigene Wagen bei Unfällen auch beschädigt werden kann. Und eine nach einem Auffahrunfall defekte Steuerung, die 24 Stunden lang nicht repariert werden kann, ist mäßig unterhaltsam. Die besten Versprechen gibt in dieser Hinsicht das kommende Need for Speed ab. Die Serie entwickelt sich in Richtung Simulation. Und ungebremst in einen Reifenstapel zu brettern sorgt in der Fortsetzung tatsächlich für einen kurzen optischen und haptischen Schockeffekt - man meint das Schleudertrauma spüren zu können. Allerdings: Beschädigungen am Wagen gibt es nicht - man kann also ungebremst im Kreis fahren.(Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe vom 27.6.2009)

    • Need for Speed entwickelt sich Richtung Simulation - für realistische Defekte an den Autos reichte es aber nicht.
      screenshot: ea

      Need for Speed entwickelt sich Richtung Simulation - für realistische Defekte an den Autos reichte es aber nicht.

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