Windows 7 kostet in Österreich 70 Euro mehr als in Deutschland

27. Juni 2009, 12:34
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Microsoft versteht, "wenn Kunden über deutsche Retailer-Kanäle einkaufen"

Microsoft geht unter die Jahrmarktsverkäufer: Kunden, die vor dem Verkaufsstart von Windows 7 (22. Oktober) einen PC mit Vista erwerben, bekommen ab sofort gratis einen Upgrade-Gutschein auf das neue Betriebssystem mitgeliefert. Auch sonst rührt der weltgrößte Softwarehersteller (dessen Programme auf 90 Prozent aller PC weltweit laufen) laut die Werbetrommel, um möglichst viel Windows-7-Pakete vorab unter die Leute zu bringen. Und zwar in Form eines rabattierten Einstiegsangebots für die Einzelhandelsversion von Home Premium für 49,99 Euro. Allerdings nur in USA, Kanada, Japan, Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

"Logistik"

Die Einschränkung auf diese Märkte begründet Robert Lampl von Microsoft Österreich mit "Logistik-Gründen". Zusatz: "Da wir aber in einer europäischen Union leben, ist es durchaus nachvollziehbar, wenn österreichische Kunden über deutsche Retailer-Kanäle einkaufen."

Käufer, die dann im Oktober das Windows-7-Upgrade nutzen wollen, tun allerdings gut daran, vorher alle bis dahin installierten Programme, Daten und Einstellungen auf ein externes Speichermedium zu übertragen. Denn das Upgrade erfordert ein sogenanntes "clean up", eine frische Installation. "Mit Windows-Easy-Transfer-Funktion, die es auch bei Vista gab, ist das im Prinzip ganz einfach", sagt Lampl.

EU

Verantwortlich für diese notwendige Neuinstallation beim Upgrade macht Microsoft letztlich die EU-Kommission. Um wegen der Koppelung seines Betriebssystems mit dem firmeneigenen Browser Internet Explorer (IE) keine weiteren kartellrechtlichen Probleme mit der EU zu bekommen, liefert Microsoft in Europa Windows 7 ohne Browser aus.

Es sei nicht mehr so schnell möglich gewesen, die Installationsroutinen entsprechend so umzuschreiben, dass der Explorer der alten Vista-Version restlos entfernt werden könne, argumentiert der Softwarehersteller.

"Wir wollen damit unseren Kunden die Zeit bis zum Herbst verkürzen"

Lampl hofft, für das Upgrade-Angebot vor allem Familien mit Schüler oder Studenten gewinnen zu können, die vor Schulbeginn oder Semesterstart einen neuen Computer bräuchten. Und kaum noch ein Gerät mit einem im Oktober als "überholt" geltenden Betriebssystem kaufen. "Wir wollen damit unseren Kunden die Zeit bis zum Herbst verkürzen", argumentiert der Microsoft-Manager.

"So viel, wie eine Upgrade-Version bisher gekostet hat"

Ab 22. Oktober kostet Windows 7 Home Premium 119,95 Euro, die Professional Edition 285 Euro - "so viel, wie eine Upgrade-Version bisher gekostet hat", sagt Lampl.

Noch ein ganz anderer Grund dürfte hinter Microsofts Angebotsstrategie stecken: Rivale Apple. Die Preise für einen Upgrade vom Mac-Betriebssystem "Leopard" aufs kommende "Snow Leopard" (wird im September auf den Markt kommen) werden rund 30 Euro betragen. (kat, DER STANDARD Printausgabe 27. Juni 2009)

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