Das Meer auf acht mal vier Metern

26. Juni 2009, 19:30
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Damit nicht der ganze Sommer ins Wasser fällt, empfiehlt es sich vorauszuplanen. Mit etwas Glück hat man innerhalb von vier Wochen einen Swimmingpool

Produktlinien gibt es wie Sand am Meer.

Geht man davon aus, dass der Sommer in Bälde doch noch seine altbewährten Vorzüge entfaltet, dann könnte das, was zur Zeit noch als kalt und lästig empfunden wird, schon bald für kühle Erfrischung sorgen – vor allem in Österreich. Denn trotz fehlenden Zugangs zum Meer stellen sich die Menschen zwischen Rheintal und Pannonischer Tiefebene als überaus wasserliebendes Völkchen heraus. Nach Auskunft von Experten führt Österreich europaweit die Liste an, wenn es um die Dichte privater Schwimmbecken geht.

Der Bau eines Swimmingpools ist keine Hexerei. "Das Wichtigste ist ein geeigneter Platz im Garten sowie ein möglichst fester Untergrund mitsamt Strom- und Wasseranschluss", sagt Reinhard Wurth, Marketingleiter der oberösterreichischen Happy Pool GmbH.

Während man sogenannte Aufstellbecken meist schon für 1500 bis 2500 Euro im Baumarkt kaufen kann, kommt man beim fix eingebauten Schwimmbecken nicht umhin, einen Baumeister und einen auf Schwimmbadbau spezialisierten Fachbetrieb zu konsultieren. Die Bausysteme sind sehr vielfältig und reichen vom klassisch betonierten und anschließend mit Folien ausgelegten oder beschichteten Becken über Formfertigteile aus Polyester und Polyurethan bis hin zum König aller Swimming-pools, dem Edelstahlbassin.

Weiß liegt im Trend

Meist konzentriert sich jede Firma auf eine bestimmte Bauweise. "Wir haben ausschließlich Folienbecken im Sortiment", heißt es etwa bei Happy Pool, wobei sich die Kosten für ein acht mal vier Meter großes Normbecken auf 7000 bis 10.000 Euro inklusive Skimmer-Absaugung belaufen. Ein integrierter Überlauf schlägt im Durchschnitt mit weiteren 5000 Euro zu Buche.

Vorteil bei einem Folienbecken: "Dem Kunden stehen viele unterschiedliche Farben zur Auswahl", erklärt Erich Artner, Geschäftsführer von Pool-Partner in Judenburg, "im Trend liegen derzeit Weiß und diverse Sandfarben, wobei die Architekten von jeher am liebsten zu Schwarz greifen." Nachteil an der Folie ist die Verfärbung infolge von UV-Strahlung sowie die nötige Sanierung, die nach 15 bis 20 Saisonen fällig wird.

Wer das umgehen will, der ist mit einem Edelstahlbecken gut beraten, muss dafür allerdings auch etwas tiefer in die Tasche greifen. Ab 20.000 Euro für einen Pool mit 32 Quadratmeter Schwimmfläche ist man mit dabei. "Der Vorteil an unseren Becken ist, dass sie selbsttragend sind", sagt Johannes Limbacher, Geschäftsführer von Niro-Pool, "die Seitenflächen halten von allein und leiten den Wasserdruck über Stützen ins Fundament ab. Das spart Baumeisterkosten." Bewährt habe sich Edelstahl vor allem in der Pflege. Verfärbungen wie bei anderen Materialien gibt es nicht, gereinigt wird die Oberfläche mittels Hochdruckgerät.

Große Kostenschwankungen

Eine noch exklusivere Lösung bietet das steirische Unternehmen Diamond Pools International. Für 25.000 bis 30.000 Euro werden die massiv betonierten Becken mit einer speziellen Beschichtung versehen. Die enthaltenen Farbpigmente, Quarzsande und Harze verleihen dem Material seine unverwechselbare Oberfläche.

Achtung bei der Kalkulation des Budgets: Da die unterschiedlichen Bauweisen nach völlig verschiedenen Betonierarbeiten verlangen, dürfen die Swimmingpool-Kosten niemals eins zu eins verglichen werden. Wer einen aussagekräftigen Preisvergleich auf dem Tisch liegen haben will, der muss die jeweiligen Baumeisterkosten miteinbeziehen. Ein billiges Produkt ergibt am Ende nicht immer ein ebenso billiges Schwimmvergnügen.

Auch bei den Behördenwegen ist Vorsicht vor Nachsicht geboten: Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Bauordnungen. Wo in einem Fall eine Bauanzeige genügt, will der Baupolizist im anderen Fall ein komplettes Bauansuchen sehen. Eine rechtzeitige Erkundigung auf der Baubehörde ist daher empfehlenswert.

Und was die Bauzeit betrifft, gilt eine einfache Faustregel: Zwei Wochen bei Pools im Trockenbau, vier Wochen bei Pools mit Betonierarbeiten. (Wojciech Czaja, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27./28.6.2009)

  • Schwimmbecken im Garten: Wer rasch Zeit und Geld in die Hand nimmt,
kann sich noch heuer am eigenen Pool auf die faule Haut legen.
    collage: standard/silvia druml

    Schwimmbecken im Garten: Wer rasch Zeit und Geld in die Hand nimmt, kann sich noch heuer am eigenen Pool auf die faule Haut legen.

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