Schauer kritisiert Sponsoren-Einfluss

26. Juni 2009, 18:06
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OSV-Präsident mit Vergabepolitik des Weltverbandes nicht einverstanden - Nach Anzugfreigabe vergrößertes WM-Aufgebot der Österreicher

Wien - Der Österreichische Schwimm-Verband (OSV) hat am Freitagnachmittag in einer Vorstandssitzung Bernhard Wolf, Erwin Dokter und Verena Klocker für die am 17. Juli beginnenden Weltmeisterschaften in Rom nachnominiert. Damit umfasst das OSV-Aufgebot für die Titelkämpfe 22 Athleten, 18 davon sind Schwimmer. Schon mit den bisherigen 19 Aktiven war ein österreichisches Rekordteam fix gewesen.

Die Entscheidung ist eine Folge des Beschlusses des Weltverbandes FINA, bis Jahresende und damit auch für die WM das schon ausgesprochen gewesene Anzugsverbot wieder zu lockern und Neopren-Anzüge zuzulassen. Wolf war vor knapp zwei Wochen mit einem solchen während der einmonatigen Verbotsphase eine WM-Norm geschwommen, wurde aber wegen des nicht erlaubten Anzugs "Jaked 01" im Rennen disqualifiziert.

Dokter rutschte ins Team, da er die Norm in einem langsameren Speedo-Anzug über 50 m Rücken nur um 19 Hundertstel verpasst hatte. Zugunsten Klockers wurde ebenso argumentiert.

Der OSV will beim Kongress des Weltschwimmverbandes im Rom indes seiner großen Verwunderung ob der gewählten Vorgangsweise der FINA Ausdruck geben. Wie schon bei der Entscheidung bei der Vergabe der Kurzbahnweltmeisterschaft 2010 in Manchester angemerkt, sei die Vergabepolitik der FINA für internationale Bewerbe zu hinterfragen.

OSV-Präsident Paul Schauer, Mitglied der Marketingkommission des europäischen Schwimmverbandes (LEN), dazu: "Einmal mehr zeigt sich, dass die Auswahl von Veranstaltungsorten durch die FINA nach primär finanziellen Kriterien zu inakzeptablen Abhängigkeiten von Sponsoren führt und auf Dauer zulasten einer weltweit positiven Schwimmsportentwicklung geht." Angeblich hat Jaked, ist Generalausrüster des italienischen Teams, entsprechend Druck gemacht und so die Wiederzulassung erzwungen. (APA/red)

OSV-AUFGEBOTE:

13. Schwimm-WM vom 17. Juli bis 2. August in Rom:

Schwimmen (6 Damen, 12 Herren - 26. Juli - 2. August): Mirna Jukic (SC Austria Wien), Fabienne Nadarajah (SVS Schwechat), Jördis Steinegger, Nina Dittrich (beide ASV Linz), Birgit Koschischek (Eisenstädter Schwimmunion), Verena Klocker (SC Innsbruck) bzw. Dinko Jukic (SC Austria Wien), Dominik Koll (SK Vöest), David Brandl (1. Perger SV), Dominik Dür (SV Vöcklabruck), Martin Spitzer (USC Graz), Hunor Mate (Wolfsberger SV), Markus Rogan (SVS Schwechat), Florian Janistyn (SG Wiener Neustadt), Maxim Podoprigora, Sebastian Stoss (beide Eisenstädter Schwimmunion), Erwin Dokter (SV Wörthersee), Bernhard Wolf (Schwimm-Union Wien)

Wasserspringen (1 Dame, 1 Herr - 17. - 25. Juli): Veronika Kratochwil bzw. Constantin Blaha (beide Schwimm-Union Wien)

Synchron-Schwimmen (2 Damen - 18. - 25. Juli): Nadine Brandl (Schwimm-Union Wien), Lisbeth Mahn (Schwimm-Union Mödling)

Junioren-EM vom 8. bis 12. Juli in Prag: Mädchen (93/94): Christina Nothdurfter (SU Osttirol), Hanna Schaberl (SVS Simmering), Christina Strigl (Welser TV), Lisa Zaiser (SV Spittal), Lisa Praniess (SU Salzburg) Burschen (91/92): Jürgen König (ATUS Voitsberg), Jakub Maly (SVS Schwechat), Daniel Pilhatsch (AT Graz), Markus Scherübl (ATUS Graz), Christian Zluga (SV Wörthersee)

Europäische Olympische Jugendtage (EYOF/19.-24. Juli Tampere): Mädchen (Jahrgänge 95/96): Eva Chaves-Diaz (USC Graz), Nicole Pichler (AT Graz), Alina Schulhofer (ATUS Graz) Burschen (Jahrgänge 93/94): Daniel Wartner (ASV Linz), Nikolaus Dittrich (SVS Simmering), Christian Scherübl (ATUS Graz), Philipp Jaksche (Welser TV)

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    Schwimm-Präsident Paus Schauer ärgert die Vergabepolitik der FINA.

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