Wird der Paulus-Sarkophag genauer analysiert?

26. Juni 2009, 16:56
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Papst Benedikt XVI. schließt dies nicht aus

Vatikanstadt - Papst Benedikt XVI. schließt eine genaue Analyse des Paulus-Sarkophags nicht aus. Dies wäre allerdings sehr aufwändig, sagte der italienische Kardinal Andrea Cordero Lanza di Montezemolo am Freitag bei einer Pressekonferenz im Vatikan. Eine genaue Untersuchung würde umfangreiche Baumaßnahmen am Altar selbst erfordern, sagte Montezemolo. Im Paulusjahr, das dieser Tage endet, habe man dies nicht in Angriff nehmen wollen.

Pier Carlo Visconti von der Verwaltung der Basilika San Paolo fuori le Mura sagte, eine Röntgen-Untersuchung des Sarkophags bringe nichts, da die Wände mehr als 25 Zentimeter dick seien. "Da gibt es nichts zu sehen." Seit Ende 2006 ist das Grab Besuchern zugänglich. An der Authentizität des Grabes des Apostel Paulus gebe es "keinen Zweifel", hatte Kardinal Montezemolo damals gesagt.

Hintergrund

Der Marmor-Sarkophag war - wie berichtet - bei Forschungsarbeiten unter dem Hauptaltar der Basilika San Paolo fuori le Mura etwa einen halben Meter unter einer antiken Marmor-Abdeckung mit der Inschrift "Pavlo Apostolo Mart" (dem Apostel und Märtyrer Paulus gewidmet) gefunden worden.

Nach frühchristlicher Überlieferung starb Paulus im Jahr 67 in Rom und wurde an der Via Ostiense bestattet, wo Anfang des vierten Jahrhunderts die mächtige Basilika über seinem Grab gebaut wurde. Vor etwa 500 Jahren wurde die Krypta mit dem Sarkophag geschlossen. Die Kenntnis vom genauen Ort des Grabes ging dann im Laufe der Jahre durch Umbauten, Restaurierungen und einen Brand verloren. (APA/red)

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