Freispruch für türkischen Schriftsteller

26. Juni 2009, 16:03
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Nedim Gürsel war wegen Beschimpfung des Islam angeklagt gewesen

Istanbul - Der in der Türkei wegen Beschimpfung des Islam angeklagte Schriftsteller Nedim Gürsel hat einen Freispruch vor einem Gericht in Istanbul begrüßt. Das Gericht habe festgestellt, dass er mit seinem jüngsten Buch "Allahs Töchter" keine Straftat begangen habe, sagte Gürsel am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Ich bin überzeugt, dass ich die Religion nicht beleidigt habe. (....) Ich habe das Recht, die Religion zu kritisieren", sagte er.

Die türkische Religionsbehörde hatte ihn angezeigt, weil sein Buch religiöse Werte herabwürdige. Sein umstrittener Roman spielt im 7. Jahrhundert und hinterfragt den Glauben und die Gewalt im Islam. Gürsel sagt, dies geschehe mit Respekt vor den Gläubigen. In dem Verfahren wird ihm auch vorgeworfen, den Propheten Mohammed und dessen Frauen beleidigt zu haben.

Ein Gericht in Istanbul hatte am Vortag für den Schriftsteller entschieden. Der in Frankreich lebende Gürsel, der neben Yasar Kemal und Orhan Pamuk zu den wichtigsten Gegenwartsautoren der Türkei zählt, wurde in seinem Heimatland schon öfter zensiert - vor allem in den 80er Jahren während des Militärregimes. Vor allem in Frankreich gab es eine Welle der Solidarität mit dem Schriftsteller. (APA/dpa)

 

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