Kunststudenten tricksten "Paris Match" aus

26. Juni 2009, 15:34
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Magazin verlieh Preis für gestellte Foto-Reportage

Paris/Straßburg - Mit einer von A bis Z gestellten Fotoreportage haben zwei Kunststudenten die französische Wochenzeitschrift "Paris Match" ausgetrickst. Die 22 und 23 Jahre alten Franzosen hatten an einem Fotoreporter-Wettbewerb für Studenten teilgenommen und dabei den "Grand Prix Paris Match" erhalten, wie ein Sprecher am Donnerstagabend bestätigte. Die Reportage mit dem Titel "Studenten. Tendenz prekär" befasst sich mit den wirtschaftlichen Problemen vieler Studenten.

Eines der vier Fotos zeigt eine junge Frau, die sich ihr Geld für's Studium angeblich durch Prostitution verdient. Der Untertitel: "Um tagsüber studieren zu können, muss ich mich nachts verkaufen". Die Jury zeigte sich beeindruckt und verlieh der "Reportage" den ersten Preis. Umso größer die Überraschung, als die beiden Studenten bei der feierlichen Preisverleihung in der Pariser Sorbonne die Wahrheit gestanden: Alle Fotos waren gestellt, als Models dienten Freunde der jungen Männer.

Sie hätten mit ihrer Pseudo-Reportage aufzeigen wollen, wie Medien in ihrer Berichterstattung "Gefälligkeit mit Voyeurismus" vermengten, erklärten die Studenten an der Straßburger Kunsthochschule. Die Wochenzeitschrift reagierte verschnupft: Die gefälschte Reportage entspreche nicht der "Philosophie, die 'Paris Match' seit 60 Jahren verteidigt", teilte sie mit. Den Studenten sei die Auszeichnung entzogen worden. Das damit verbundene Stipendium von 5.000 Euro dürften sie jedoch behalten. (APA/AFP)

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