Keine "Ehrenmorde" in den Mitgliedsländern

26. Juni 2009, 19:21
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Auch Verletzungen, Folter oder Gefangenschaft von Frauen sollen in den 47 Mitgliedsländern des Europarates streng verfolgt werden

Straßburg - Gewalt gegen Frauen, wie sogenannte "Ehrenmorde", sollten in den 47 Mitgliedsländern des Europarates ausgemerzt werden. Diese Verbrechen in Verbindung mit Verletzungen, Folter, Entführung und Gefangenschaft sollten streng verfolgt und bestraft werden, hieß es in einer Entschließung der parlamentarischen Versammlung von Freitag in Straßburg.

"Hat nichts mit Ehre zu tun"

"Diese Verbrechen haben nichts mit Ehre zu tun", sagte der Berichterstatter, der britische Sozialist John Austin. Die schweren Verletzungen der Grundrechte von Frauen würden zumeist "von Männern begangen, um die Sexualität von Frauen zu kontrollieren".

Nach einer britischen Untersuchung ist der Mord die extremste Form dieser Gewalt gegen Frauen, die mit Verstößen gegen die Familienehre begründet wird. Dazu zu rechnen seien auch Zwangsehen und Jungfräulichkeitstests, sagte die schwedische Sozialdemokratin Carina Ohlsson. Der Kampf gegen diese Gewalt müsse bei der Erziehung anfangen. "In den Familien werden die Frauen bereits in jungen Jahren auf die Gewalt in sozialen Beziehungen vorbereitet, die sie zu akzeptieren haben", sagte der polnische Sozialist Marek Wikinski.

Nicht auf muslimische Gemeinschaften beschränkt

Nach Angaben der ParlamentarierInnen nimmt die Zahl dieser Verbrechen in verschiedenen Gesellschaften zu. Sie seien keinesfalls auf muslimische Gemeinschaften beschränkt. "Keine Religion dieser Welt schreibt Ehrenmorde vor", sagte Austin. Weltweit wird die Zahl der Ehrenmorde auf etwa 5.000 geschätzt. (APA)

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    Mord, Folter, Entführung und Gefangenschaft sollten streng verfolgt und bestraft werden, hieß es in einer Entschließung der parlamentarischen Versammlung von Freitag in Straßburg.

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