"Nicht unser präferiertes Modell"

26. Juni 2009, 14:38
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AHS-Gewerkschafterin Scholik: "Werden genau beobachten, ob sich in Praxis bewährt" - BHS-Lehrervertreter Riegler hofft auf Anhebung des Stundenkontingents

Wien - Abwartend, aber nicht strikt ablehnend haben die Lehrer-Vertreter von AHS und berufsbildenden höheren Schulen (BHS) am Freitag auf das neue Matura-Modell mit zentral vorgegebener Klausur reagiert. Die Gewerkschaft werde nun "sehr genau beobachten, ob es sich in der Praxis bewährt", sagte AHS-Gewerkschafterin Eva Scholik zur APA. Es sei, so Scholik, jedenfalls "nicht unser präferiertes Modell"; BHS-Gewerkschafter Jürgen Rainer sprach von "politischem Willen". Kritik kam auch von Bundesschulsprecher Nico Marchetti von der VP-nahen Schülerunion.

Scholik hätte sich gewünscht, dass nur ein gewisser Teil der Klausur zentral vorgeben wird. "Zufrieden" ist Scholik darüber, dass die standardisierte Reifeprüfung nicht nur an den AHS, sondern an allen maturaführenden Schulen umgesetzt wird. Ein Einsatz an den AHS im Schuljahr 2013/14 scheint ihr jedoch zu früh: Mit den Probeläufen für Englisch sei man zwar schon relativ weit, die standardisierte Klausur für Deutsch (bzw. die Muttersprache bei gesetzlichen Minderheitensprachen) bzw. Mathe stehe jedoch noch am Anfang. Ob schulautonome Schwerpunkte nun stark genug abgebildet seien, wollte Scholik nicht eindeutig beantworten. Schüler müssen verpflichten mindestens einen der drei Prüfungsteile (schriftliche bzw. mündliche Prüfung, vorwissenschaftliche Arbeit) zum Schulschwerpunkt wählen. "Das kann ich erst bewerten, wenn die Verordnung da ist."

Jürgen Rainer (BMHS) sieht die neue Reifeprüfung, die an den berufsbildenden Schulen ab 2014/2015 eingesetzt werden soll, als "Herausforderung, aber auch Chance". Da BHS-Schüler in Englisch nun ein höheres Niveau erreichen müssten, erwarte er eine Rücknahme der vor einigen Jahren erfolgten Stundenkürzungen, sagte er gegenüber der APA. Wichtig sei jedenfalls, "dass wir (die Gewerkschaft, Anm.) in den gestrigen Gesprächen sichergestellt haben, dass das Kernelement der BHS-Matura - die Berufsberechtigung - erhalten bleibt". Auf das Unterrichtsministerium sieht er viel Arbeit zukommen, schließlich müssten aufgrund der Standardisierung sämtliche BHS-Lehrpläne überarbeitete werden.

Ein "klares Nein" zur standardisierten Matura kam von der Schülervertretung: Im aktuellen Modell seien "sehr viele unüberlegte Dinge drinnen und die Neuerungen nicht im Schulalltag integriert", so Marchetti im Ö1-Mittagsjournal am Freitag. (APA)

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