Blutiges Thronfolgerhemd kurz ausgestellt

26. Juni 2009, 13:53
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Attentat auf das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar jährt sich zum 95. Mal - "Sarajevo-Raum" im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien

Wien - Am Sonntag jährt sich das Attentat auf das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar in Sarajevo zum 95. Mal. Das Heeresgeschichtliche Museum stimmt seine Besucher mit einem etwas makaberen Ausstellungsstück auf den Jahrestag ein: Bis Mitte Juli ist im "Sarajevo-Raum" neben dem Auto und der Uniform auch das blutige Hemd des erschossenen Thronfolgers Franz-Ferdinand zu sehen. Wegen der schwierigen Konservierung bekommen Besucher das heikle Objekt nur für kurze Zeit zu sehen - danach wandert es wieder ins Depot.

Franz-Ferdinand und seine Gattin Sophie von Hohenberg wurden am 28. Juni 1914 in Sarajevo von Mitgliedern einer serbisch-nationalistischen Organisation ("Crna Ruka"/"Schwarze Hand") erschossen. Vor dem Hintergrund der seit Jahren schwelenden politischen Spannungen am Balkan setzte die k.u.k.-Monarchie daraufhin eine Eskalationsspirale in Gang, die am 28. Juli 1914 zur Kriegserklärung an Serbien und zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führte.

"Sarajevo-Raum"

Im Heeresgeschichtlichen Museum ist dem Attentat ein eigener "Sarajevo-Raum" gewidmet, der neben dem Auto, in dem das Thronfolgerpaar durch Sarajevo fuhr, auch die Pistolen der Attentäter zu sehen sind. Das Hemd des am Hals tödlich getroffenen Thronfolgers komme aus konservatorischen Gründen nur zum Jahrestag des Anschlags aus dem Depot, sagte Andreas Huber am Freitag: "Natürlich ist es makaber, aber es sind Stücke, die mit einem welthistorischen Ereignis zu tun haben und dieses Hemd ist ein Teil von vielen, die im Heeresgeschichtlichen Museum aufgehoben und gezeigt werden."

Erhalten wurde das Hemd übrigens 90 Jahre lang vom Jesuiten-Orden, erst 2004 wanderte es als Dauerleihgabe zum HGM. In den Besitz des Ordens gelangte das Hemd über einen Jesuitenpater, der bei der Ermordung des Thronfolgerpaares im Gefolge war und Franz Ferdinand die Letzte Ölung gab. (APA)

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