WSJ-Herausgeber: "Google ist ein digitaler Vampir"

26. Juni 2009, 13:58
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Dow Jones-CEO wettert gegen gratis Inhalte im Web und will zentrale Plattform für Online-Medien schaffen

Google sei wie ein digitaler Vampir, der das Blut aus dem Zeitungsgeschäft heraussauge. Diese wenig schmeichelhafte Bezeichnung fand Les Hinton, CEO des Verlagshauses Dow Jones, das unter anderem das Wall Street Journal herausgibt, anlässlich des jährlichen Media Outlook Events von PricewaterhouseCoopers.

Zeitungen selbst schuld

Google habe zwar nicht "in einer Höhle als digitaler Vampir" begonnen. Das Unternehmen sei in der Vergangenheit als wohltätige Organisation wahrgenommen worden, zitiert Crain's New York Business. Die Zeitungsmacher selbst hätten Google auf den Geschmack gebracht, indem sie ihren Content kostenlos im Web zur Verfügung gestellt haben.

Kostenpflichtiges Archiv

Google hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker zum News-Aggregator gemausert. Viele Zeitungsherausgeber kritisieren, dass die Suchmaschine Profit aus Inhalten schlage, die andere erstellt haben. Das Wall Street Journal bietet seine Inhalte kostenpflichtig an. Die Vollversionen der Artikel sind über Google aber oft auch dann noch einige Zeit zu finden, wenn sie bereits ins kostenpflichtige Archiv gewandert sind.

Zentrale Plattform

Hinton wolle auch anderen Herausgebern dabei helfen, ihre digitalen Ausgaben profitabel zu machen. Dow Jones entwickle dazu eine neue Plattform, über die in Zukunft verschiedene Zeitungen kostenpflichtig bezogen werden könnten. (red)

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    Google saugt das Blut aus den Zeitungsunternehmen, meint Dow Jones-Chef Les Hinton

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