"Rückschritt für österreichischen Fußball!"

26. Juni 2009, 14:09
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Die Austria Amateure und die Red Bull Juniors gehen nach der Liga­reform als Fixabsteiger in die neue Saison, das sorgt natürlich für Unmut

Wien - Wenig Freude über die Reduzierung der Ersten Liga auf zehn Mannschaften ab der Saison 2010/2011 haben die in der kommenden Saison zum Zwangsabstieg verurteilten Teams Austria Amateure und Red Bull Juniors.

Juniors-Trainer Niko Kovac erfuhr beim Training von der Entscheidung und sieht "keine angenehme Situation für uns alle. Andererseits haben wir jetzt nichts zu verlieren und können dadurch ohne Druck spielen. Wir werden aber in der kommenden Saison zeigen, dass wir trotz unseres sehr jungen Teams rein sportlich betrachtet in diese Liga gehören – alles andere war ja nicht zu beeinflussen." 

Parits sieht schwarz

Dramatischer schildert Thommy Parits, sportlicher Vorstand der Wiener Austria, die Situation. Parits erkennt im Zwangsabstieg der Amateure einen "Rückschritt für den österreichischen Fußball. Die Entscheidung wird sich auch auf die Zukunft des Nationalteams negativ auswirken."

Parits begründet seine Sicht der Dinge auf der Webseite der Austria Wien folgendermaßen: "Die Talente der Klubs werden in den Akademien unter profiähnlichen Bedingungen an den Spitzenfußball herangeführt. Wenn sie dann den entscheidenden Schritt zum Profi machen könnten, wird ihnen nun verwehrt in einer Profiliga mitzuspielen. Die Plattform fällt weg und das wird Konsequenzen haben. Die Rotation von Spielern, die zunächst im zweiten Team und dann in der Bundesliga spielen dürften, fällt weg. So wurden beispielsweise in dieser Saison Dragovic oder Suttner, die zuvor noch ein Drittel der ADEG-Ersten-Liga spielten, zunächst in einer Profiliga gefordert, ehe sie kurzfristig in der Bundesliga ihre Chance bekamen und nützten.  Der Sprung von der Regionalliga in die höchste Spieklasse ist weitaus schwieriger."

Keine Zukunft?

Für die Zukunft der ADEG-Ersten-Liga sieht Parits generell schwarz: "Wir und Salzburg haben als einer der wenigen Vereine das Motto 'Heute für morgen' wirklich gelebt. Für das Publikum ist die Liga, die eigentlich als Ausbildungsliga gedacht ist, schlicht uninteressant. Finanziell übernehmen sich die Vereine. Jedes Jahr erwischt es, wie heuer Leoben, einen anderen Klub."

 

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    Sie konnten nicht die Massen bewegen, dafür aber sportlich die Liga bereichern: die Amateure der Wiener Austria.

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