Online-Werber gewähren Usern Anonymität

26. Juni 2009, 13:38
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Web-Surfer erhalten Mitspracherecht bei Datensammlung

Die Internet-Werbeindustrie hat offenbar auf den Anspruch der User auf Schutz der Privatsphäre im Web reagiert. So hat ein Konsortium verschiedener US-Verbände von Online-Werbern neue Richtlinien beim Marketing im Netz angekündigt, um ein anonymeres Surfen zu ermöglichen. Nutzern soll darin mehr Kontrolle und Einblick sowie ein Mitspracherecht bei der Datensammlung eingeräumt werden. Den Plänen zufolge werden Konsumenten beim Besuch von Homepages künftig darüber informiert, welche ihrer persönlichen Daten festgehalten und an welche Unternehmen diese weitergegeben werden. Gleichzeitig hätten sie in Zukunft die Möglichkeit, die Datensammlung und deren Weitergabe per Mausklick zu verhindern.

"behavioral targeting"

Werbetreibende, Agenturen und Medien wenden beim Online-Marketing immer häufiger die umstrittene Methode des "behavioral targeting" an. Dabei werden User aufgrund ihres Surf-Verhaltens kategorisiert und mit für sie möglichst relevanten und zielgruppengenauen Werbeanzeigen versorgt. Die Unternehmen sammeln dazu etwa Informationen über die Gewohnheiten der Nutzer bei der Internet-Suche, die von ihnen besuchten Webseiten oder das Verhalten beim Online-Shopping sowie die im Netz gekauften Produkte. Anhand der so gesammelten Daten werden User mit punktgenauen Werbeeinblendungen bedient, um ihr Kaufinteresse zu wecken. "Damit würden die Anbieter hierzulande auf Rechtsprobleme stoßen. Im Online-Bereich ist für die Nutzung von Daten zur Werbung eine ausdrückliche Einwilligung der Nutzer erforderlich", erklärt Thilo Weichert, Leiter des Unabhängiges Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD), im Gespräch mit pressetext.

Den neuen Regeln des US-Konsortiums zufolge soll auf Webseiten bzw. Werbeanzeigen in Zukunft ein Symbol integriert werden, das User auf die Aufnahme ihrer Daten hinweist. Durch einen Klick auf das Icon würden dem Web-Surfer nicht nur Informationen darüber angezeigt, welche Daten über seine Aktivitäten im Internet gesammelt werden. Darüber hinaus soll eine Liste jener Unternehmen angezeigt werden, die sich die Daten zu Nutze machen. Zudem sei möglich, deren Sammlung abzulehnen und sie per Mausklick zu verhindern. Bereits in den kommenden Wochen sollen die neuen Regeln beschlossen werden, berichtet das Wall Street Journal. An deren Umsetzung sind etwa die American Association of Advertising Agencies, die Association of National Advertisers, die Direct Marketing Association oder das Interactive Advertising Bureau beteiligt. Einige besucherstarke kommerzielle Websites hätten bereits angekündigt, ihre Angebote den neuen Richtlinien anzupassen.(pte)

 

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