Weiterhin keine Einigung bei Zypern-Gesprächen

6. August 2009, 13:49
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Wiederaufnahme der Volksgruppengespräche im September

Nikosia - Die griechisch-türkischen Volksgruppengespräche auf Zypern sind am Donnerstag ohne konkrete Ergebnisse beendet worden. Es war das 40. Treffen seit Beginn der Gespräche von Präsident Demetris Christofias mit dem türkischen Volksgruppenführer Mehmet Ali Talatim im September vergangenen Jahres. Man hätte seitdem alle Themen erörtert. Jede Seite wisse jetzt, was die andere wolle, teilte der Sondervermittler der Vereinten Nationen, Alexander Downer, mit. "Die zweite Phase der Gespräche wird im September beginnen," sagte der australische Ex-Außenminister Downer im zypriotischen Fernsehen. Bei der zweiten Runde wird es nach Einschätzung von Beobachtern zu harten Verhandlungen kommen.

Vermögens- und Gebietsaustausch-Fragen als Hindernisse

Die größten Hindernisse sind Vermögens- und Gebietsaustausch-Fragen. Die Klärung der Besitzfrage betrifft mehr als 200.000 Zyprioten. 1974 waren türkische Truppen nach einem vom damaligen griechischen Militärregime in Athen mit Wissen des US-Geheimdienstes CIA inszenierten Putsch gegen den zypriotischen Präsidenten Erzbischof Makarios auf der Insel gelandet, um deren Anschluss ("Enosis") an Griechenland zu verhindern. Sie besetzten 37,5 Prozent des Inselterritoriums. 200.000 griechische Zyprioten wurden aus dem Norden vertrieben, etwa 50.000 türkische Zyprioten flüchteten aus dem Süden in den Norden. Zu den Streitfragen gehört auch die weitere militärische Präsenz der Türkei auf der Insel.

Zypern wurde 2004 Mitglied der Europäischen Union, doch findet das EU-Regelwerk in dem von türkischen Truppen besetzten Nordteil, der nur von Ankara anerkannten "Türkischen Republik Nordzypern" (KKTC), keine Anwendung. Ein UNO-Wiedervereinigungsplan war 2004 von den griechischen Zyprioten in einem Referendum massiv verworfen worden, die türkischen Zyprioten hatten ihn dagegen gutgeheißen. Begründet wurde die Ablehnung der griechischen Zyprioten damit, dass der Plan dem Großteil der nach der türkischen Invasion aus dem Norden Vertriebenen bzw. deren Nachkommen die Rückkehr in ihre Heimatorte verwehrte, zugleich aber vorsah, dass ein beträchtlicher Teil der von der Türkei angesiedelten Festlandtürken und der türkischen Truppen auf der Insel bleiben kann. (APA)

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