Head für 2009 optimistisch

26. Juni 2009, 13:21
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Auftragseingänge bei Tennis steigen um zwei Prozent gestiegen

Wien - Der Vorarlberger Sportartikelhersteller Head kämpft sich besser durch die Krise als die Konkurrenz. Während der österreichische Skimarkt im Zeitraum März 2008 bis heuer im April um 9 Prozent rückläufig war, verkaufte Head eigenen Angaben zufolge um 4 Prozent mehr Skier - das bringt zusätzliche Marktanteile für die Nummer zwei hinter Atomic, dem unangefochtenen Branchenführer. Auch bei den Vororders für den kommenden Winter hielt sich Head mit einem Minus von 2 Prozent vergleichsweise gut, der Rest der Branche erlitt zweistellige Einbußen - Head schätzt sie auf mindestens 15 Prozent.

"Vom schrumpfenden Kuchen haben wir uns ein großes Stück abgeschnitten - wir gewinnen Marktanteile in einem rückläufigen Markt und halten auch noch die Umsätze", sagte Head-Österreich-Chef Bob Koch im Gespräch mit der APA. Optimistisch stimmen ihn auch die Vorbestellungen des heimischen Handels für den Rest des Jahres, die jetzt im Juni abgeschlossen wurden und normalerweise rund 90 Prozent des Jahresumsatzes repräsentieren.

Die Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr 2009 bewegen sich bei Head Österreich den Angaben zufolge "auf Vorjahresniveau". Die Preise will der Sportartikelproduzent ebenfalls "halten". Ertragseitig werde ein leichtes, operatives Plus angepeilt. Bei Skiern ist Österreich der Hauptabsatzmarkt von Head - vor Deutschland, Schweiz und Frankreich; bei Tennis-Rackets die USA.

Bei den Vororders für Rackets verzeichnete Head ein Plus von 2 Prozent. 2008 wurden in Österreich 85.000 Rackets verkauft - weit mehr als ein Drittel davon (rund 32.000) stammten von Head. Bei den Spielen in Wimbledon ist Head mit einem Ausstatteranteil von 30 Prozent ebenso stark vertreten wie der Gegenspieler Wilson. Punkten will der Sportartikelhersteller künftig auch verstärkt mit dem Verkauf von Tennisschuhen.

Nach jahrzehntelanger Pause sind die Schuhe seit 2008 wieder im heimischen Handel erhältlich. Der Absatz soll sich heuer erneut verdoppeln. Derzeit werden in Österreich erst 5.000 Head-Schuhe verkauft, in den nächsten paar Jahren soll sich der Absatz auf 20.000 Paar vervierfachen. Das Wettbewerbsumfeld ist mit Mitstreitern wie Nike oder Adidas weitaus härter als im Racketbereich. Head ist hier ein kleiner Spieler.

Hohe Lagerbestände

Die Sportartikelgeschäfte haben sich bisher nur äußerst vorsichtig mit neuer Ware eingedeckt. Der Grund dafür sind die hartnäckig hohen Lagerbestände. Der Handel sitzt derzeit trotz aggressiver Ausverkäufe immer noch auf rund 131.000 Paar Skiern. Zum Vergleich: Normalerweise werden 350.000 Paar pro Jahr verkauft - 2008 waren es aber nicht einmal halb so viel (etwa 152.000 Paar). In den zwölf Monaten bis April 2009 verringerte sich der Bestand an Alpin-Skiern im Handel um 14 Prozent.

Das Unternehmen beschäftigt hierzulande 590 Mitarbeiter - 350 davon in Schwechat (Bindungen, Skischuh-Engineering), 220 in Kennelbach (Vorarlberg) und 20 im Bereich Marketing und Vertrieb. In Österreich erwirtschaftet Head 88 Prozent (2008: 17 Mio. Euro) seiner Umsätze im Bereich Wintersport, der Rest entfällt auf die Sommersparte (2,5 Mio. Euro).

Konzernweit erzielte Head einen Umsatz von 332 Mio. Euro - 155,6 Mio. Euro davon in der Sparte Wintersport, 123,7 Mio. Euro mit Rackets und 52,9 Mio. Euro mit Tauchsportartikeln.

Die Skier werden in Kennelbach und Budweis (Tschechien) hergestellt, die Tennisschläger und -schuhe in Fernost. Die Umstrukturierung inklusive Produktionsverlagerung nach Tschechien ist nun laut Koch "abgeschlossen". Es sei kein weiterer Jobabbau geplant. (APA)

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