Neuer Ansatz gegen HIV

28. Juni 2009, 16:38
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Viren verstecken sich in zwei Typen von Immunzellen

London - Bei HIV-Patienten könnte die Kombination der bisherigen antiviralen Behandlung mit einer speziellen Chemotherapie möglicherweise zum vollständigen Abtöten aller Erreger führen. Hinweise darauf liefert die Entdeckung eines kanadisch-amerikanischen Forscherteams.

Versteck

Die seit den 1990er Jahren gängige antivirale Therapie hat die Prognose von HIV-Patienten deutlich gebessert. Zwar können die Medikamente die Viruslast im Körper bis unter die Nachweisgrenze senken, aber sie tötet nicht sämtliche Erreger. Wissenschafter der Universität Montreal wiesen nun nach, dass sich die Viren in zwei Typen von Immunzellen, den sogenannten Gedächtnis-T-Zellen verstecken und so der antiviralen Therapie entgehen.

Und in diesen Zellen ändern die Erreger auch ihre Vermehrung. Hier reproduzieren sie sich durch die Teilung der T-Zellen. Ließe sich diese Zellteilung mit einer Chemotherapie verhindern, schrieben die Forscher im Fachjournal "Nature Medicine", so könnten auch diese verbleibenden Erreger abgetötet werden.

Vorgeschlagene Therapie

"Wir schlagen den Einsatz von Medikamenten vor, die auf die virale Vermehrung von HIV im Körper abzielen, in Kombination mit Präparaten, die die infizierten Gedächtnis-T-Zellen von der Teilung abhalten", sagt Rafick-Pierre Sékaly. "Indem wir die Krankheit auf diesen beiden unterschiedlichen Wegen gleichzeitig über einen längeren Zeitraum angreifen, können wir die HIV-Vorkommen eliminieren, die derzeit im Körper überdauern, und einen Menschen ohne Krankheit hinterlassen." Die Forscher räumen aber ein, dass zur Entwicklung dieses Vorgehens noch etliche Jahre vergehen dürften. (APA/AP)

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