Alles spricht gegen Melzer

26. Juni 2009, 12:30
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In acht Spielen gegen Andy Roddick ging der Österreicher ebenso oft als Verlierer vom Platz, diesmal soll es anders kommen: "Ich weiß, dass ich meine Chancen auf Rasen habe"

London - 0:8-Siege gegen Andy Roddick, 0:10-Siege in Grand-Slam-Drittrundenspielen. Jede Serie muss einmal zu Ende gehen. Darin und an seine bisherigen zwei starken Auftritte in Wimbledon setzt Jürgen Melzer vor seinem Drittrundenmatch am Samstag gegen den US-Amerikaner seine Hoffnungen, endlich sein erstes Achtelfinale bei einem der vier großen Tennis-Turniere zu erreichen.

Riesenportion Selbstvertrauen

Der Österreicher verfügt momentan über eine Riesenportion Selbstvertrauen. "Ich weiß, dass ich meine Chancen auf Rasen habe. Auf diesem Belag kann ich ihm am meisten wehtun, mal schauen, ob es mir gelingt", sagte Melzer, der sich von der Grundlinie auf Augenhöhe mit Roddick sieht. Es gelte, aggressiv aufzutreten und die Kanonen-Aufschläge des Texaners im Spiel zu halten.

Der Weltranglisten-Sechste Roddick, 2004 und 2005 im Wimbledon im Finale, ist offenbar gewarnt. "Das wird ein schweres Spiel. Der Bursche ist gefährlich, vor allem auf Rasen", meinte Roddick vor dem ersten Duell mit dem Niederösterreicher auf Gras. "Wenn ich so weiterspiele, muss einer ein unglaubliches Match spielen, um mich zu schlagen. Ich fühle mich hier einfach irrsinnig wohl", hatte der 28-jährige Melzer nach seinem Dreisatzsieg über den Deutschen Benjamin Becker getönt.

Ein Haufen Niederlagen

Das jüngste Aufeinandertreffen auf Hardcourt im Tokio-Achtelfinale im Oktober ging jedoch ebenso wie alle anderen außerhalb des Davis Cups ohne Satzverlust an den 26-jährigen Texaner. Wobei Melzer auch jenes bei Ländervergleichen im Februar 2008 in Wien auf Sand schließlich in fünf Sätzen verlor. Am Samstag will Melzer dem starken Aufschläger über dessen Rückhandseite zu Leibe rücken. Sollte es für Melzer erstmals für den Einzug in die Runde der besten 16 reichen, dann würde auf den Weltranglisten-30. entweder der Russe Nikolaj Dawydenko (als Nummer 12 gesetzt) oder der Tscheche Tomas Berdych (20) warten.

In den Jubel über seinen Sieg über Becker mischte sich bei Melzer allerdings auch gehöriger Unmut über die Fragen der Journalisten nach dem unter Wettbetrugsverdacht stehenden Erstrundenmatch gegen Wayne Odesnik. "Warum fragt ihr mich? Ich hab das Match nicht gekauft. Wenn darauf gewettet wurde, ist das nicht mein Problem", wurde Melzer von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. "Wenn wir auf Gras zehn Matches spielen, würde ich acht davon in drei Sätzen gewinnen", prophezeite der Österreicher.

Thema Wettmanipulation

Der US-Amerikaner war Melzer glatt in drei Sätzen (1:6,4:6,2:6) unterlegen, verschiedenen Wettbüros verzeichneten ungewöhnlich hohe Einsätze auf einen Sieg des Österreichers. Wie Melzer hatte auch der unterlegene Odesnik jegliches Fehlverhalten bestritten. Auch Melzers möglicher nächster Gegner Dawydenko stand 2007 bereits einmal in Verdacht, in Wettmanipulationen verwickelt gewesen zu sein. Zu Wochenbeginn hatten englische Medien außerdem über verdächtige Finanzströme in Wettbüros vor dem glatten Erstrunden-Out des Oberösterreichers Daniel Köllerer in Hertogenbosch in der Vorwoche berichtet. Die ATP soll in beiden Fällen Untersuchungen eingeleitet haben.(APA)

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    "Wenn ich so weiterspiele, muss einer ein unglaubliches Match spielen, um mich zu schlagen"

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