Berlusconi: "Ich bin eben so, ich ändere mich nicht"

28. Juni 2009, 19:03
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Italienischer Premier über seine Privatpartys: "Leider haben wir den falschen Gast gehabt"

Rom - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi trotzt den Skandalen rund um sein Privatleben und will an seinem Verhalten nichts ändern. "Ich bin eben so, ich ändere mich nicht. Wenn man mich will, bin ich so. Und die Italiener wollen mich, weil sie spüren, dass ich freigiebig, ehrlich, loyal bin und meine Versprechen halte", sagte Berlusconi nach Medienangaben vom Freitag.

Auf die Frage, ob er nicht ein für ein Premierminister angemesseneres Verhalten haben sollte, antwortete Berlusconi: "Aber warum sollte ich mich ändern? Das Leben ist schön. Es ist viel besser, ein normales Leben zu führen, so wie es kommt. In meinem Alter ändere ich mich nicht", sagte Berlusconi, der am Freitag Bundeskanzler Werner Faymann (S) trifft.

Der 72-jährige Premierminister, der zuletzt mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, Frauen dafür bezahlt zu haben, damit diese zu Partys in seine Residenzen in Rom und auf Sardinien kamen, erklärte sich erneut als Opfer einer Verfolgungsaktion. "Diese Kampagne aus Lügen und Müll wird sich negativ auf jene auswirken, die damit begonnen haben. Sie werden an Glaubwürdigkeit, Lesern und Werbung verlieren", sagte Berlusconi in Bezug auf die römische Tageszeitung "La Repubblica", die eine Reihe von Skandalen um das Privatleben des Ministerpräsidenten ans Licht gebracht hat. "Natürlich hat diese Kampagne Italiens Ansehen im Ausland geschadet, doch die Wahrheit kommt immer ans Licht", sagte Berlusconi.

Der Premierminister bereut die vielen Partys, an denen sich angeblich auch Callgirls beteiligt haben, nicht. In seiner Anwesenheit habe es niemals unmoralisches Verhalten gegeben, versicherte Berlusconi. "Meine Abendessen sind lustig, weil ich ein großer Unterhalter bin. Wenn es Eindringlinge gibt, die von meinen Gästen mitgebracht werden, ist es nicht meine Schuld. Leider haben wir den falschen Gast gehabt. Das passiert. Ich habe Hunderte von Menschen bei mir zu Gast gehabt", sagte Berlusconi. Er bezog sich auf den mit ihm befreundeten Unternehmer GIanpaolo Tarantini, der beschuldigt wird, Frauen Geld dafür gegeben zu haben, damit sie die Nacht in Berlusconis Anwesen in Rom und auf Sardinien verbrächten.
 (APA)

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