Banisadr glaubt an Erfolg der Protestbewegung

26. Juni 2009, 11:25
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"Das Volk wird letztendlich als Sieger hervorgehen"

Köln - Der frühere iranische Präsident Abolhassan Banisadr glaubt an einen Erfolg der Protestbewegung im Iran. "Wir stehen am Anfang vom Endes dieses Regimes", sagte Banisadr am Freitag dem Deutschlandfunk. "Das Volk wird letztendlich als Sieger hervorgehen." Die Autorität des geistlichen Führers Ayatollah Ali Khamenei ist nach Einschätzung Banisadrs durch sein Verhalten nach der umstrittenen Wahl dauerhaft erschüttert.

"Als geistlicher Führer hätte er nicht in diese Wahl eingreifen dürfen", sagte der frühere Präsident, der seit seinem Sturz 1981 im französischen Exil lebt. Khamenei habe dem gegnerischen Lager und dem Volk den Krieg erklärt. "Jeder weiß inzwischen, dass er den Wahlbetrug organisiert hat", sagte Banisadr. "Jeder hat inzwischen erkannt, dass für ihn nicht das System zählt, ihm geht es nur um seine persönlichen Interessen und die der Mafia."

Den Oppositionsführer Mir-Hossein Moussavi bezeichnete Banisadr nicht als Reformer. "Ihm ist das Regime heilig, und das ist das Gegenteil einer wirklichen Reform." Moussavi sei innerhalb des Regimes gelähmt. "Er sagt auf der einen Seite, er stehe treu zum Regime. Andererseits protestiert er gegen den Führer. Er muss eines Tages entscheiden, auf welcher Seite er steht", sagte Banisadr.

In der Frage des Atomprogramms erwartet Banisadr keine härtere Politik der iranischen Führung. Die Protestbewegung habe die Führung in Teheran "stark geschwächt und delegitimiert". Dies werde durch die Wirtschaftskrise noch verstärkt. (APA/AFP)

 

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