Gute Beratungsqualität

26. Juni 2009, 10:58
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1,6 Millionen Österreicher leiden unter nachlassendem Hörvermögen - pro Jahr werden rund 65.000 Hörgeräte verkauft

Wien - In Österreich sind Schätzungen zufolge mehr als 1,6 Millionen Österreicher von nachlassendem Hörvermögen betroffen. Pro Jahr werden etwa 65.000 Hörgeräte verkauft, wobei die Auswahl sehr groß ist und die verschiedenen Modelle sich deutlich in Ausstattung und Preis unterscheiden.

Hauptverband testet Geräte

In Zusammenarbeit mit dem Verein für Konsumenteninformation testete der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger sechs führende Anbieter von Hörgeräten in Wien. Bei diesem Test sollte nicht nur die Beratungsqualität getestet werden, sondern es wurde auch überprüft, ob adäquate Geräte angeboten werden. Insgesamt fiel der Test positiv aus. Die Bewertung reicht von "sehr gut" bis "durchschnittlich".

Der Test lief in zwei Schritten ab: Zuerst suchten zwei Testpersonen mit ärztlichen Überweisungsscheinen jeweils sechs zufällig ausgewählte Filialen auf. Beide Testpersonen äußerten den Wunsch nach einer finanziell günstigen Lösung. Dieser Wunsch wurde allerdings nicht immer erfüllt. Im zweiten Teil des Tests ließen sich insgesamt zwölf Testpersonen (je zwei pro Anbieter) in den sechs ausgewählten Filialen ein Hörgerät anpassen. Nach Abschluss der Probezeit wurde bewertet, ob die Patienten die geeigneten Geräte erhalten haben und auch die jeweils günstigste Lösung gewählt wurde. Hier schnitten die Hörgeräteakustiker in der Mehrheit "sehr gut" oder "gut" ab. 

Kostenübernahme

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für bestimmte, sehr teure Geräte nur unter bestimmten Voraussetzungen. Normalerweise findet der Patient mit einem von der Kasse voll finanzierten sogenannten Tarifgerät das Auslangen. Jeder Akustiker ist verpflichtet, mindestens ein derartiges Gerät im Angebot zu haben. Josef Probst, zuständiges Mitglied im Verbandsmanagement des Hauptverbandes: "Erfreulich ist die hohe Qualität der Versorgung. Ein kleiner Wermutstropfen aber ist, dass PatientInnen oft Aufzahlungen für teure Zusätze bezahlen, deren Nutzen nur beschränkt nachvollziehbar ist. Ein ungelöstes Problem ist freilich nach wie vor das Thema der Provisionszahlungen von Hörgeräteakustikern an verschreibende Ärzte". (red, derStandard.at)

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Alle Informationen zum Test im Juli-Konsument

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Selbst entworfenes Hörgerät eines Hörgeschädigten

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