Selbsthilfegruppe finanziert Leukämie-Prävention

26. Juni 2009, 10:26
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Eigene Stiftungsprofessur an Grazer Med Uni eingerichtet - Kosten für vorerst zwei Jahre übernommen

Graz - An der Grazer Medizinischen Universität wurde eine Stiftungsprofessur eingerichtet, die mit Forschungsarbeiten zur Leukämieprävention beitragen will. Es ist die erste Stiftungsprofessur in der Steiermark, die von einer Patienten-Selbsthilfegruppe unterstützt wird. Die Akute myeloische Leukämie (AML) stelle laut Med Uni nach wie vor eine große medizinische Herausforderung dar. Eine Form von AML, die zunehmend häufiger beobachtet wird, ist die Therapie-assoziierte Leukämie. Diese tritt als Spätfolge nach vorangegangener Chemotherapie bzw. Bestrahlung auf, wenn eine Ersterkrankung - meist ein Lymphom, Brust- oder Prostatakrebs - bereits überstanden ist. Jährlich erkranken weltweit etwa 20.000 bis 50.000 Menschen an Therapie-assoziierter Leukämie.

Genetische Prädisposition vermutet

Die Behandlung der AML sei äußerst schwierig, die Überlebenschance liegt unter zehn Prozent. Abhängig von der Art der Ersttherapie und des Primärtumors trifft zwischen ein und zehn Prozent der Patienten, die Chemo- bzw. Strahlentherapie erhalten haben, dieses Schicksal. Dies deutet auf den Einfluss genetischer Prädisposition hin, also die "Bereitschaft" des Organismus, eine Krankheit zu entwickeln, hieß es in einer Pressekonferenz in Graz. An der Med Uni beschäftigt sich Heinz Sill seit Jahren intensiv mit dieser Leukämie und verbindet in seiner täglichen Arbeit klinische Aspekte und Grundlagenforschung. In den bisherigen Projekten sei zum einen deutlich geworden, dass bei diesen Patienten eine Beeinträchtigung der Reparatur der DNA vorliege. Andererseits habe man die ersten Keimbahn-Mutationen bei Patienten mit Therapie-assoziierter Leukämie entdeckt. "Dies bestätigte das von uns verfolgte Konzept", so Sill.

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, genetische Prädisposition zu Therapie-assoziierter Leukämie aufzuklären. "Dadurch erwarten wir uns, Risikopatienten zum Zeitpunkt einer Ersterkrankung identifizieren zu können. Ist dies möglich, könnte durch Anwendung optimierter Therapieschemata die Entwicklung dieser Leukämie verhindert werden", betonte Sill.

Unterstützt wird das Bestreben von der Leukämiehilfe Steiermark, die Beratung und Hilfe für Patienten und deren Angehörige, Verbesserung der Infrastruktur im stationären und ambulanten Bereich der Klinischen Abteilung für Hämatologie sowie Förderung und Finanzierung der wissenschaftlichen Forschung als Zweck nennt. Laut Obmann Rupert Tunner ist die Stiftungsprofessur vorerst für zwei Jahre fixiert, die Kosten werden von der Leukämiehilfe Steiermark übernommen. Über die Höhe der Kosten wurden keine Angaben gemacht. Seines Wissens sei die Stiftungsprofessur durch "eine Non Profit-Organisation eine erstmalige und herausragende Leistung in Österreich", so Werner Linkesch, der Leiter der Klinischen Abteilung für Hämatologie der Med Uni. (APA)

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