Ex-Regierungsmitglied wegen Bestechung angeklagt

26. Juni 2009, 06:27
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Zurückgetretener Vize-Innenminister soll sich gegen Geld als Vermittler betätigt haben

Sofia - Bulgariens zurückgetretener Vize-Innenminister Raif Moustafa von der türkischen Minderheitspartei DPS ist wegen Bestechung angeklagt. Im Auftrag des mittlerweile unter Hausarrest stehenden Unternehmers Rossen Marinow soll Moustafa dem Direktor der bulgarischen Agentur für Fischerei rund 50.000 Lewa (25.565 Euro) angeboten haben, wie die Nachrichtenagentur BTA meldete. Das frühere Regierungsmitglied dementiert die Vorwürfe und ist gegen Kaution frei. Moustafa war im Zuge von Medienberichten über seine Verstrickung in den Fall, bei dem es um den Kauf von Patrouillenbooten ging, zurückgetreten.

Die Sofioter Staatsanwaltschaft erklärte am Mittwoch, Moustafa habe für Marinow "den Boden bereiten wollen" und 50.000 Lewa angeboten - insgesamt wollte der Unternehmer demnach 100.000 Lewa bieten. Auch Moustafa sollte für seine Dienste mit 25.000 Lewa entlohnt werden, erklärte Staatsanwalt Nikolai Kokinow. Der Bestechungsversuch war von der Staatlichen Agentur für Nationale Sicherheit (DANS) vereitelt worden. Wegen Veruntreuung und Korruption auf höchster Ebene in dem jungen EU-Mitgliedsland wurden Bulgarien im vergangenen Jahr insgesamt 825 Millionen Euro aus EU-Fonds vorenthalten. 200 Millionen Euro davon verlor Bulgarien endgültig. (APA)

 

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