Wissen ist Marathon

25. Juni 2009, 19:08
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Apotheken starteten Info-Initiative über Doping, doch dem Hobbysportler ist die Dopingmittelliste Blunze

In den Apotheken liegt eine neue Info-Broschüre und Software. Wenn künftig ein Maroder vom Arzt ein Arzneimittel verschrieben bekommt, das auf der Dopingliste steht, klärt der Apotheker den Spitzensportler auf, dass er Arzneimittelmissbrauch betreibt. Ein Elite-Athlet sollte allerdings für diese Info nicht auf den Apotheker angewiesen sein. Für den Hobbysportler wiederum ist die Dopingliste Blunze, dennoch sagt man ihm, dass seine Arznei ein Dopingmittel wäre, falls er Spitzensportler wäre.

Sport ist für viele Menschen ein Segen, wenn sie ihre Medikamente nehmen. Ohne ärztlich indizierte (und auch auf der Dopingliste stehende) Mittel ist sportliche Bewegung beispielsweise für Herzkranke lebensgefährlich. Der Arzt müsste also kranke Hobbysportler vor den Gefahren einer Arznei-Askese warnen, die auf der - irrealen - Gefährdung durch eine Dopingkontrolle basiert.

Die Apotheker haben mit den Ärzten über ihre Info-Initiative "Sauber und gesund" nicht geredet. Sie wüssten auch nicht, warum, sagt ihr Sprecher Hans Jakesz. Sportminister Norbert Darabos ließ ausrichten, es handle sich um "Aufklärung und Prävention bezüglich Doping und Arzneimittelmissbrauch auch im Breitensport".

Nur damit die Apotheker sich ein Geschäftsfeld aufmachen, soll niemand gefährdet werden, sagt Günther Wawrowsky von der Ärztekammer. Den Marathonläufern zwischen Arztpraxis und Apotheke sei zu wünschen, dass sie ihr Ziel der sauberen Information gesund erreichen. Dafür sind Dopingfahnder selten.

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