Rätselhafter Käfersex

25. Juni 2009, 20:00
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Experimente eines Forscherteams mit Erbsensamenkäfern widerlegen Theorie zur weiblichen Promiskuität

Uppsala/Washington - Es ist ein im Tierreich weit verbreitetes Phänomen, dass fruchtbare Weibchen nicht nur mit einem, sondern mit mehren Männchen Sex haben. Evolutionsbiologen haben für dieses Verhalten eine relativ einleuchtende Erklärung: Die Zeit und Energie, die Weibchen für ihre Promiskuität verwenden, rechnet sich letztlich, weil sie eine Investition in den Nachwuchs darstellt.

Mit anderen Worten: Beim Wettbewerb der Spermien setzen sich jene durch, die von den "fittesten" Männchen stammen. Der Nachwuchs ist genetisch entsprechend gut gerüstet fürs Überleben.

Experimente mit Erbsensamenkäfern widerlegen nun allerdings diese Annahme. Ein schwedisch-dänisches Forscherteam (drei Frauen, ein Mann) ließen weibliche Käfer mit zwei Männchen Sex haben. Dabei zeigte sich, dass sich bei der Befruchtung gerade nicht die Spermien der genetisch "besten" Männchen durchsetzten, sondern vielmehr die "schlechtesten".

Das wiederum bedeute, dass weibliche Promiskuität doch nichts mit der Suche nach guten männlichen Genen zu tun habe, schlussfolgern die Forscher im US-Wissenschaftsmagazin Science (Bd. 324, S. 1705). (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26. Juni 2009)

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