Stinkstiefel, super

25. Juni 2009, 18:12
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Suspense aus Germanien, ein bisserl blöd, aber ganz nett - auch das offene Ende

Der schönste Erkenntnisgewinn war der: Andrea Sawatzki ist gar nicht so! Zumindest nicht so, wie man sie als Kriminalkommissarin Charlotte Sänger aus dem Tatort kennt. Dort nervt sie nämlich gewaltig. Sie und das andere Frankfurter Würschtel von einem Kommissar. In der ewigen Krimiserie taumelt Sawatzki nämlich immer durch ihre Fälle, als hätte sie die ganze Nacht durchwacht und geheult.

Aber sie kann auch anders. Sie kann lachen. Richtig laut, schrill sogar. Am Mittwochabend war sie in einer größeren Nebenrolle in dem TV-Film Der Mann von nebenan auf Sat 1 zu sehen. Nämlichen Mann spielte ein anderer vom Tatort her bekannter Mime, nämlich Axel Milberg. Beim Tatort stellt er ziemlich suprig den Klaus Borowski dar, einen verklemmten Stinkstiefel, der auf die ihm assistierende Psychologin steht.

In Der Mann von nebenan spielt er ebenfalls einen Stinkstiefel, einen, der in einem kleinen Ort lebt, seine Frau prügelt und die neue Nachbarin schikaniert, von der er auch noch Nacktfotos schießt. Überhaupt scheint er ein Stalker zu sein, der deutschen Sportpromis nachstellt, und seine neue Nachbarin, günstigerweise geschieden und gutaussehend, war ebenfalls Spitzensportlerin.

Diese (Lisa Martinek) schmiedet schließlich mit drei anderen Frauen aus dem Ort den Plan, den mühsamen Nachbarn zu beseitigen. Unter reichlichem Overacting bei gleichzeitigem Underbelieving auf Zuseherseite bringen die vier beherzten Freundinnen den Typen schließlich ums Eck, endgültig erledigt das seine Frau. Doch kaum ist er im See versenkt, geschehen lauter Dinge, die ihn entlasten. Suspense aus Germanien, ein bisserl blöd, aber ganz nett - auch das offene Ende. (Karl Fluch, DER STANDARD; Printausgabe, 26.6.2009)

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    "Der Mann von nebenan".

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