Milram ohne Rohregger, mit Doppelspitze

25. Juni 2009, 16:57
2 Postings

Gerdemann als Klassementfahrer und Sprinter Ciolek sollen es richten - Etappensieg als Ziel - Routinier Wrolich als Helfer

Dortmund - Angeführt von Linus Gerdemann als Klassementfahrer und dem Sprinter Gerald Ciolek nimmt das deutsche Rad-Team Milram am 4. Juli die 96. Tour de France in Angriff. Der Kärntner Peter Wrolich soll seine Routine ausspielen und wichtige Helferdienste leisten. Dem 35-Jährigen könnte sich zudem die Chance bieten, in einer Ausreißergruppe vertreten zu sein. "Wir wollen bei der Tour spektakulär fahren, eine Etappe gewinnen und für mehr Aufmerksamkeit sorgen", sagte Team-Manager Gerry van Gerwen bei der Präsentation des Tour-Teams am Dienstag in Dortmund.

Gerdemann, der vor zwei Jahren eine Etappe gewonnen und das Gelbe Trikot getragen hatte, gilt aber als Außenseiter. Er strahlt dennoch Selbstvertrauen aus. "Ich konnte im vergangenen Jahr verletzungsbedingt nicht an der Tour teilnehmen, daher bin ich heuer doppelt motiviert", sagte der 26-jährige Sieger der Bayern-Rundfahrt. "So schlecht sind wir gar nicht. Mit unserem Teamspirit können wir viel erreichen."

Die Milram-Profis stehen beim wichtigsten Saisonrennen doch unter Druck. Ein ähnlich dürftiges Tour-Ergebnis wie im Vorjahr könnte dazu führen, dass Hauptsponsor Nordmilch AG sein bis 2010 vorgesehenes Engagement schon im Herbst erneut überprüft. Van Gerwen befürchtet hingegen keinen vorzeitigen Ausstieg. Noch fataler als ein schwaches sportliches Abschneiden könnte sich ein Dopingfall auf die Zusammenarbeit mit dem Geldgeber auswirken. Der Team-Manager ist guter Dinge, dass ihm solche Erfahrungen erspart bleiben: "Idioten gibt es überall, aber - ich glaube - nicht in unserem Team."

Thomas Rohregger wird in Frankreich nicht dabei sein, in einer Aussendung legte er wert auf die Feststellung, dass er "gemeinsam mit der Teamleitung selbst entschieden habe", sich statt der Tour auf die Vuelta und die WM im Herbst zu konzentrieren. Der Tiroler betonte, er habe zu jedem Zeitpunkt die freie Wahl gehabt, an der Tour de France teilzunehmen. "Richtig ist also, dass ich diese Entscheidung völlig selbstständig treffen durfte", teilte der Milram-Fahrer mit.

"Für mich war das eine Vernunftsentscheidung, denn ich habe in meinem ersten Profijahr bis dato ein irres Pensum absolviert und bereits jetzt über 65 Renntage in den Beinen", erklärte der Kramsacher, der anmerkte, dass er sich mit 26 Jahren noch nicht verheizen wolle. (APA)

Share if you care.