Die Bespaßung ist die Beruhigung

25. Juni 2009, 16:43
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"Was, ihr seids mit zwei Autos da?", fragte meine Cousine mit tadelndem Unterton, als wir mit Privattschechen und Testfranzosen vor der Mühle vorfuhren

Dort residiert die Großfamilie W. in vier Generationen - mit einem Fuhrpark von einem halben Dutzend Autos. Plus Traktoren. Ich rechtfertigte die Kleinflotte damit, dass ich am Vorabend mit Olestra, einer leicht angegrauten, aber noch immer sehr ansehnlichen Bubenband eine Hochzeitsgesellschaft in Oslip/Uzlop zu bespaßen und deswegen einen Verstärker und mehrere Bassgitarren zu transportieren hatte. Der Wurm und seine Mama reisten also extra.

Auch die Bespaßung des Wurms muss derzeit gut geplant sein. Für den Ausflug zur Familienfeier ins Burgenland war - neben Reisebett, Babysessel, Kinderwagen - eine Kiste Spielzeug unabdinglich.

Die Bespaßungsdosis des Wurms erhöht sich laufend. Sein quäkendes Babyhandy interessiert ihn kaum mehr. Er will richtiges Gerät. Mein Diensthandy. Unlängst war der Wurm frühmorgens um drei wach und brüllte (Zahndis vor dem Durchbruch). Zu beruhigen war er erst, als er alle Applet-Symbole auf dem Display umstellen durfte. Was angesichts seines Alters von 13 Monaten endete wie die tägliche Neuordnung des DVD-Regals durch den kleinen Videothekar. Im Chaos. Doch in ihm: Friede.

Bespaßung ist also Beruhigung, auch während Autofahrten. Aus Convenience-Gründen wollten wir also das "Projekt Wurmdrehung" (Forward- statt Rearward-Sitz) angehen. Darüber sprach ich soeben mit Mr. Kindersitz. Er rät zu Geduld. Ein Dilemma. Bericht folgt. (Leo Szemeliker/DER STANDARD/Automobil/26.6.2009)

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    Spielereien mit dem Diensthandy helfen gegen Zahnschmerzen - zumindest beim Wurm.

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