Grünes Licht für Sanierung des Linzer Kokerei-Geländes

25. Juni 2009, 14:23
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Linz - Für die Sanierung der alten voestalpine-Kokerei in Linz hat die Altlastensanierungskommission des Bundes am Mittwoch Grünes Licht gegeben. Das teilte der oberösterreichische Umwelt-Landesrat Rudi Anschober (G) am Donnerstag in einer Pressekonferenz mit. Die "vermutlich größte Altlastensanierung Österreichs" werde zwischen 100 und 150 Mio. Euro kosten und diene neben dem Umweltschutz auch der Standortsicherheit. Die Fläche sei die einzige, auf der das Unternehmen am bestehenden Stadtort noch expandieren könne.

Die Kokerei wurde im Zweiten Weltkrieg großteils zerstört. Dabei traten unter anderem Kohlenwasser, Teer und Rohbenzol aus. Bis zu 3.000 Tonnen Polyzyklische Kohlenwasserstoffe lagern heute auf dem 350.000 Quadratmeter großen Areal. Im Grundwasser, das nur als Brauchwasser genutzt wird, hat sich eine Schadstofffahne von mehreren hundert Metern Länge ausgebildet.

Nun soll die jahrzehntealte Umweltsünde saniert werden. Voraussetzung dafür war die Eintragung des Areals in den österreichischen Altlastenatlas mit Priorität eins. Das bedeutet, dass eine Sanierung zu 95 Prozent aus dem entsprechenden Topf des Bundes gefördert wird. Voraussichtlich 2011 können die Arbeiten beginnen.

"Das ist ein großer Erfolg für den Umweltschutz und für die Arbeitsplätze", freute sich Anschober. Er hofft, dass die Chance, dass die voestalpine am Standort expandiert, damit größer geworden ist. Eine Entscheidung, ob auf dem Areal eine neue Kokerei errichtet werden soll, sei aber im Unternehmen aber noch nicht gefallen, so voestalpine-Sprecher Peter Schiefer auf APA-Anfrage.

Neben der alten Kokerei plant Oberösterreich noch andere Altlastensanierungen. Vier weitere Projekte, darunter die BP-Tanklager Linz 1 und 2, seien ebenfalls am Mittwoch genehmigt worden, berichtete Anschober. Sie können insgesamt mit rund 2.9 Mio. Euro Fördermitteln rechnen. (APA)

 

 

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