Hoffnung für Woolworth

25. Juni 2009, 13:38
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Die insolvente Kaufhauskette will ihr Kerngeschäft durch die Bildung einer Transfergesellschaft erhalten, den Mitarbeitern drohen saftige Einschnitte

Frankfurt/Köln - Die insolvente Billig-Kaufhauskette Woolworth soll mit massiven Einschnitten bei Personal und Filialen gesund geschrumpft werden. Woolworth werde künftig nur noch 142 der bisher 311 Filialen in Deutschland weiterbetreiben, sagte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Ottmar Hermann am Donnerstag in Köln. Mit dem Konzept zur Sanierung von Woolworth könne "etwas weniger als die Hälfte der Arbeitsplätze gerettet" werden. Woolworth beschäftigt 9.300 Mitarbeiter.

Das Sanierungskonzept sehe eine Konzentration auf mittelgroße Filialen vor, in denen ein Großteil der Belegschaft beschäftigt sei, erklärte Hermann. Trennen will sich Woolworth von kleinen Filialen mit im Schnitt zehn Mitarbeitern, die "nicht in das Fortführungskonzept passen". Auch große Filialen mit über 100 Mitarbeitern und mehr als 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche stünden auf der Kippe.

Ziel des Sanierungsplans sei es, "das Kerngeschäft von Woolworth" zu erhalten, teilte der Insolvenzverwalter mit. Demnach soll das Sortiment deutlich verschlankt und vor allem von Artikeln bereinigt werden, die wenig Gewinn und Umsatz bringen. Das Festhalten von Woolworth an den mittelgroße Filialen mit bis zu 30 Mitarbeitern und einer Verkaufsfläche von 900 bis 1.600 Quadratmeter sei für das künftige Geschäft der Kaufhauskette besonders erfolgversprechend, teilte Hermann mit. Handelsexperten räumten Geschäften von dieser Größe "die besten Entwicklungs- und Zukunftschancen im Markt" ein.

Handelsketten zeigen Interesse

Auch für die sogenannten Mini-Läden, von denen sich die Kette trennen will, gebe es gute Aussichten - jedoch nicht unter dem Dach von Woolworth, erklärte Hermann. Für Geschäfte dieser Größe interessierten sich "diverse große" Einzelhandelsketten aus ganz Deutschland, etwa Schuh- und Textil-Diskonter oder Drogeriemärkte. Ziel sei es, an diese Interessenten nicht nur die Filialen, sondern auch die dortigen Beschäftigten zu vermitteln. Dies könnten aus der Woolworth-Transfergesellschaft heraus neue Arbeit finden

Zur Verringerung der Ausgaben müsse Woolworth nun noch mit den Vermietern seiner Warenhäuser neue Verträge aushandeln, erklärte Hermann. Für die Teile von Woolworth, die künftig weitergeführt werden sollen, werde in Kürze eine Auffanggesellschaft gegründet. Als Termin dafür nannte Hermann die offizielle Eröffnung des Inolvenzverfahrens Ende Juni oder Anfang Juli, über die jedoch noch das zuständige Gericht entscheiden muss.

Die Kaufhauskette Woolworth, die seit über 80 Jahren Filialen in Deutschland betreibt, hatte am Osterwochenende Insolvenzantrag gestellt. Ein starker Umsatzrückgang hatte das Unternehmen in die Knie gezwungen. Zwei Drittel der Belegschaft sind Teilzeitkräfte oder geringfügig Beschäftigte. (APA/AFP)

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