RZB sieht Kapitalmärkte auf tiefem Niveau stabilisiert

25. Juni 2009, 13:04
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Bank sieht in zweiter Jahreshälfte leicht erholte Realwirtschaft - Weiter niedrige Leitzinsen, aber nur wenig Inflation

Wien - Raiffeisen Zentralbank Österreich (RZB) sieht die Kapitalmärkte im zweiten Halbjahr 2009 im wesentlichen stabilisiert, schließt aber Ausschläge zwischen 10 und 20 Prozent in beiden Richtungen nicht aus. Die Konjunktur sollte sich nach den tiefen Einbrüchen der vergangenen Monate jetzt stabilisieren. Bei den sogenannten Sentiment-Indikatoren in Europa sei zuletzt "definitiv eine Trendwende eingetreten", von der es nicht mehr hinuntergehen sollte, glaubt RZB-Analyst Valentin Hofstätter.

In den Aktienmärkten werde es eine "Erholung, aber keine Rally" geben, für die reale Wirtschaftsleistung wird eine "leichte Zunahme" erwartet. "Die Befürchtung einer Wiederauflage der Dreißigerjahre ist ad acta gelegt" und "eine Inflationsgefahr jenseits von vier, fünf Prozent sehen wir weder nächstes Jahr noch mittelfristig", sagte Hofstätter. Mit dem Wiederanstieg des Ölpreises könnte die Teuerung aber auf bis zu 2,5 Prozent ansteigen.

Riesige Geldmengen

Wirkliche Teuerungsgefahr gibt es nach Meinung der RZB-Analysten nicht, obwohl die Leitzinsen tief bleiben, die lockere Geldpolitik in der Eurozone beibehalten wird und die langfristigen Anleihezinsen vorerst nicht mehr steigen. Die großen Geldmengen, die von den Zentralbanken in die Wirtschaft gepumpt wurden, könnten ja nach der Krise wieder abgeschöpft werden.

Untermauert wird die Erwartung einer niedrigen Inflation mit dem abnehmendem Wachstum der breiten Geldmenge M3. Dieses fiel von einem jährlichen Plus von 12 Prozent Anfang 2008 auf nun etwa 5 Prozent. In der Hochkonjunktur war die Menge der Güter und Dienstleistungen aber noch deutlich gewachsen, während sie nun noch deutlicher schrumpft.

Trotz relativ hoher KGVs (rund 11 in Europa und 15 in den USA) und einer Rally seit März erwartet die RZB bei den Aktien im dritten Quartal einen weiteren Anstieg von bis zu 10 Prozent, im vierten Quartal wird ein moderater Rückschlag kommen, rechnet RZB-Aktienmarktanalyst Helge Rechberger. Dennoch würden die Kurse Ende 2005 noch über dem heutigen Niveau liegen. Die Fundamentaldaten seien zwar nach wie vor "grottenschlecht", aber besser als früher und ein DAX auf 6.000 (aktuell bei 4.766) Punkten sei nicht auszuschließen.

Obwohl die Preise für die als riskant geltenden Unternehmensanleihen bereits angezogen haben, gibt die RZB den Coprorate Bonds gegenüber den Aktien aber auch den Staatsanleihen den Vorzug. Bei den Aktien empfiehlt sie, risikoreichere Papiere zu kaufen und weniger riskante (Gesundheit, Versorger) eher zu verkaufen. (APA)

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