Bundespräsident - Web-Wahlkampf hat längst begonnen

25. Juni 2009, 12:25
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Wettrennen um Unterstützer in Facebook - Fischer-Komitee mit eigener Website - reichlich Grünen-Rückhalt für Van der Bellen

Kaum ist die Debatte um die Bundespräsidentschaftskandidaten losgetreten, wird auch das Internet mit mehr oder weniger nützlichen Beiträgen überflutet. Vorreiter ist das soziale Netzwerk Facebook, wo nicht nur der amtierende Präsident Heinz Fischer Unterstützung findet, sondern auch Erwin Pröll und Alexander Van der Bellen. Zusätzlich präsentiert sich ein prominent besetztes Komitee für Fischer mit eigener Website.

www.fischeragain.at

Unter dem Domain www.fischeragain.at haben sich unter anderem Ralph Vallon, ehemaliger Kommunikationsmanager der FPÖ, der Schauspieler Frank Hoffmann, die Kabarettistin Dolores Schmidinger und Politikwissenschafter Walter Manoschek zusammengefunden, um für eine weitere Periode des derzeitigen Amtsinhabers in der Hofburg zu werben. Initiator ist der Wiener Beamte Ralf Tatto, für jede Unterstützungserklärung bekommt Fischer ein E-Mail. Am Donnerstag hatten rund 900 Personen unterschrieben.

Der eigentliche Kampf tobt in Facebook. Seit dem erfolgreichen Wahlkampf des nunmehrigen US-Präsidenten Barack Obama dient die Plattform als beliebter Ort, um die Stimmung auszuloten. Dort hat Fischer auf seiner "Fan-Seite" knapp 560 offizielle Unterstützer. Wesentlich besser sieht es allerdings in einer privat eingerichteten Facebook-Gruppe aus. "Wiederkandidatur von Heinz Fischer!" hat mittlerweile rund 2.500 Mitglieder. Aber auch leichter Gegenwind bläst im Web: Der Gruppe "Nie mehr Heinz Fischer" gehören ganze drei Mitglieder an.

"Erwin Pröll soll Landeshauptmann von Niederösterreich bleiben"

Aber auch Pröll, der bekanntlich noch gar nicht weiß, ob er für das höchste Amt im Staat kandidieren will, hat Sympathisanten in Facebook gefunden. "Erwin Pröll soll Bundespräsident werden" gehören fast 400 User an. Der doppeldeutige Appell "Erwin Pröll soll Landeshauptmann von Niederösterreich bleiben" hat derzeit drei Leute erreicht. Noch skurriler wird es in der Gruppe "Erwin Fischer soll Heinz Pröll werden" mit sieben Mitgliedern. Als Logo ziert diese ein "Einfahrt-verboten"-Schild, in dessen weißen Streifen der Slogan "No you can't" prangt.

Aber auch der ehemalige Grünen-Chef Van der Bellen, der ebenfalls als potenzieller Präsidentschaftskandidat gehandelt wird, erhält Beglückung im Web. "VdB for President" nennt sich eine Gruppe, die am Donnerstag 350 Mitglieder hatte - darunter prominente Grünen-Vertreter wie Kommunikationschef Oliver Korschil, der Tiroler Gebi Mair, der Vorarlberger Landeschef Johannes Rauch und der Wiener Christoph Chorherr.

Weniger aussichtsreich dürfte das Buhlen um den kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger sein. Immerhin 17 Personen wollen ihn als nächsten österreichischen Bundespräsidenten. (APA)

 

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