Microsoft bereit sein Empire zu verteidigen

25. Juni 2009, 12:49
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Freie Alternativen und kostenlose Programme im Netz sorgen für ein Umdenken in Redmond - Es wird reagiert beim US-Softwarekonzern

Der US-Softwarekonzern Microsoft gerät bei seinen Webservices durch die freien, kostenlosen aber auch billigere Angebote des Mitbewerbs zunehmend unter Druck. Viele Applikationen wandern ins Netz und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Der Konzern muss reagieren und ziegt sich durchaus bereit, seinen "Besitz" zu verteidigen.

Microsoft hat sich gewandelt

In einem Artikel kommt die BusinessWeek zu dem Schluss, dass  sich Microsoft in den letzten Jahren stark gewandelt hat. "Es ist nicht mehr das Microsoft von vor drei Jahren", wird etwa der Westcon CIO William Hurley zitiert. Die Redmonder haben erkannt, dass sie ihren KundInnen neue Möglichkeiten und Angebote eröffnen beziehungsweise machen müssen, um ihre Umsätze zu erhalten. "Das Internet hat sogar das mächtige Microsoft wieder auf den Boden der Realität geholt", so BusinessWeek. Microsoft-CEO Steve Ballmer hat zwei Lösungen für die Zukunft von Microsoft und dessen Geschäftsmodelle parat: Erstens, Microsoft muss weg vom Softwareverkauf und hin zum Softwareverleih. Nur so könne mit kostenlosen oder billigeren Alternativen mitgehalten werden. Zweitens, die Microsoft-Programme müssen an die Wünsche der KundInnen besser angepasst werden, vor allem was den Bereich der Zusammenarbeit (Collaboration) über das Internet betrifft.

Jetzt geht es los

Diese beiden Strategien werden nun von Microsoft in die Tat umgesetzt - nicht nur bei der Produktentwicklung, sondern auch und gerade bei Vertrieb und Geschäftsmodellen. Den Anfang machte die mächtige Microsoft Business Division, die unter anderem für Office zuständig ist. Schon im November begann der Konzern seine Applikationen neu zu konzipieren und in Webservices zu verwandeln. Exchange und SharePoint wurden so gegen eine monatliche Gebühr über das Internet nutzbar und vertrieben.

Microsoft Office 2010

Laut BusinessWeek wird Microsoft Office 2010 einen drastischen Wandel in der Unternehmenskultur und den Geschäftsmodellen Microsofts einläuten. Die neue Office-Suite soll Mitte des nächsten Jahres erscheinen und - zum ersten Mal in der Firmengeschichte - auch in einer kostenlosen Version vorliegen. Diese kostenlose Version, die einen eingeschränkten Funktionsumfang bieten wird, soll zudem auch über Werbung finanziert werden. Der Fokus wird dann in Zukunft nicht mehr auf den Rechnern, sondern mehr auf den Menschen, die selbigen verwenden, liegen. Auch Office 2010 wird dann gegen eine monatliche Grundgebühr über das Web genutzt werden können. (red)

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    Steve Ballmer erklärte in Cannes wie es mit dem Werbemarkt so aussieht, aber auch Microsoft muss sich neu orientieren.

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