Mobilkom verspricht Geschwindigkeiten von bis zu 173 Mbit/s

25. Juni 2009, 12:15
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LTE soll in Gebieten mit besonders hohem Datenaufkommen eingesetzt werden

Neue Geräte wie Apples iPhone und Googles Android-Handy oder die trendigen Netbooks reizen Anwender vermehrt, Internet mobil nutzen zu wollen. Auch die Arbeitsnomaden von heute wissen es zu schätzen, wenn sie mit ihrem Notebook auf Dienstreisen oder von zu Hause aus große Datenmengen mit ihrem Unternehmen ohne große Übertragungsverzögerungen austauschen können.

Flott

Netzwerkausrüster und Mobilfunkbetreiber forcieren daher seit einiger Zeit nach den ebenso als "superschnell" gepriesenen mobilen Netztechniken der dritten Generation 3G (UMTS, HSPA) den Sprung in die vierte Generation. Nächster Entwicklungsschritt dabei: LTE (Long Term Evolution).

Diese Mobilfunktechnologie soll bei der Internetnutzung auf mobilen Endgeräten (wie Notebooks oder Handys) ein Plug-and-play-Feeling ermöglichen, das sich vom Surfen übers Festnetz-Breitband nicht unterscheidet. Der Nutzen für Netzbetreiber: Sie hoffen, bei sinkenden Preisen durch steigenden Datenverkehr mehr Umsätze zu generieren. Auch muss vorhandenes UMTS "lediglich" aufgerüstet werden, also kein komplett neues Netz geschaffen werden.

Wettkampf

Nachdem Österreichs zweitgrößter Mobilfunker T-Mobile vor wenigen Wochen Datengeschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s (Megabit pro Sekunde) demonstrierte, trieb es Marktführer Mobilkom Austria am Donnerstag, gemeinsam mit Netzausrüster Ericsson bei einer Präsentation in der Wiener Mobilkom-Zentrale auf Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 173 Mbit/s. Benötigt bei 3G-Technologie UMTS der Download eines drei Megabyte (MB) großen Songs aus dem Internet eineinhalb Minuten, verkürzt LTE diesen Vorgang den Angaben zufolge auf 0,2 Sekunden. Ericsson-Manager Mikael Bäck geht davon aus, dass LTE langfristig im Download ein Gigabit pro Sekunde erreichen wird.

Bis wann eine breite Masse von mobilen Surfern in Österreich vom LTE-Geschwindigkeitsrausch profitieren wird, steht noch nicht fest. "Wir befassen uns intensiv mit Fragen rund um die Technologie, um sie anbieten zu können, wenn es auch wirklich sinnvoll ist", sagt dazu Mobilkom-Technikchef Johann Pichler. Auch T-Mobile hat sich hier noch nicht festgelegt.

Möglichkeiten

Derzeit konzentrieren sich die Mobilfunker auf den Ausbau von HSPA+ (High Speed Packet Access). Die Technologie lässt Geschwindigkeiten von bis zu 21 Mbit/s zu. Vor allem in Gebieten mit hohen Datenaufkommen soll HSPA+ dafür sorgen, dass mehr Kunden gleichzeitig von hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten profitieren. Denn in der Praxis wird die höhere Bandbreite auf mehr Teilnehmer aufgeteilt, die so robustere Verbindungen als bisher erhalten. Ab 1. Juli bietet Mobilkom dafür das USB-Modem Huawei 182e ab 29 Euro an. (DER STANDARD Printausgabe, 26.06.2009)

 

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