Warum Apple Steve Jobs braucht

26. Juni 2009, 12:34
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Newsweek: Der Apple-Gründer hat aus seinen Kunden treue und ergebene Fans gemacht, die Gold wert sind

Es ist müssig über Steve Jobs Gesundheitszustand zu diskutieren. Und egal welche Schreckensmeldung, Analyse und Prognose noch eingelangen wird, den weiteren Verlauf des Apple-Gründers kann sie ja doch nicht beeinflussen. Aber was wäre, wenn Jobs demnächst entschließt, sich gänzlich aus dem Berufsalltag zurückzuziehen? Sechs Monate war er fort und trotzdem verkaufte sich das neue iPhone wie warme Semmeln. Wird der Guru überhaupt noch gebraucht?

Newsweek-Autor und bekennender Apple-Fan Dan Lyons glaubt fest daran: Ohne Steve Jobs wäre Apple nicht mehr Apple.

Paranoides Genie?

Die Horrorberichte über den drakonischen Apple-Boss haben es in die großen Tageszeitungen der Welt geschafft. Wie berichtet, soll Jobs Führungsstil zeitweise unerträglich sein. Seine Firmenpolitik sei ein Zeugnis seiner Paranoia. In Verhandlungen gebe er sich arrogant, seine herablassenden Attacken auf Mitbewerber sind Teil des Marketings. Tja, vermutlich ist Jobs wirklich kein allzu feiner Zeitgenosse, besser Arbeitskollege. Unter dem Strich ist Jobs aber vor allem eines: Ein Genie.

Er war es, der aus Apple einen Kult gemacht hat. Irgendwann in den frühen Anfängen muss er mit seinem engen Kundenkreis eine stillschweigende Vereinbarung getroffen haben, meint Lyons. Apple würde demnach dafür sorgen, dass kontinuierlich neue grandiose Produkte auf den Markt kommen, während die Kundschaft stets Altes schlagartig von sich stößt, um sich die neuesten Erfindungen zu besorgen.

Fanatismus

Allein Steve Job und seine einzigartigen Marketing-Auftritten sei es zu verdanken, dass jedes neue Apple-Produkt garantiert gekauft wird. Er habe den Menschen die Gewissheit in die Köpfe gesetzt, wonach alles, was Apple erzeugt, grandios in seiner Art sei. Er habe aus seinen Kunden treue und ergebene Fans gemacht.

Nicht Tim Cook, nicht Phil Schiller und auch nicht Design-Guru John Ive wären in der Lage gewesen immer wieder Menschen für jede noch so kleine Neuheit aus Apples Schmiede zu begeistern. Sei es ein kleinerer iPod, ein bunter Player oder doch nur ein etwas schnelleres iPhone 3Gs - Steve Jobs habe es laut Lyons geschafft, seinen Kunden Produkte zu verkaufen, auch wenn diese sie vielleicht gar nicht brauchen. Deshalb brauche Apple Jobs. (zw)

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Newsweek

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Steve Jobs stellt einen neuen iPod vor und hat ihn damit schon verkauft.

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