Oppositionschef Franceschini will erneut kandidieren

25. Juni 2009, 11:27
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Beim Parteikongress im Oktober wird er seine Kandidatur für den PD-Vorsitz einreichen

Rom - Italiens Oppositionschef Dario Franceschini will im Sattel bleiben. Der seit Februar amtierende Übergangschef der Demokratischen Partei (PD, Italiens stärkste Oppositionspartei) wird beim Kongress im Oktober um den Vorsitz der Mitte-Links-Gruppierung kämpfen. Der 50-jährige Franceschini fordert somit den Ex-Industrieminister Pierluigi Bersani heraus, der bereits vor einigen Wochen seine Kandidatur für die PD-Führung eingereicht hat.

Franceschini kündigte überraschend seine Kandidatur für die Parteiführung an. "Ich wollte den jüngeren Generationen Raum schaffen, doch in den letzten Wochen sind wieder interne Feindseligkeiten um die Parteiführung aufgetreten. Ich habe beschlossen, meine Kandidatur einzureichen, um die jungen Leute nicht zu verraten, die sich für das Projekt einer neuen PD engagieren", sagte Franceschini. Er hatte im Februar die Führung der krisengeschüttelten PD übernommen, nachdem Parteichef Walter Veltroni nach einer schweren Niederlage der Gruppierung bei den Regionalwahlen auf Sardinien das Handtuch geworfen hatte. Franceschini war als Übergangschef bis zum Parteikongress in Oktober gewählt worden.

"Will neue Mannschaft aufbauen"

Franceschini erklärte, er werde den PD-Wählern sein Programm vorlegen und um ihre Unterstützung bitten. "Sollte ich zum Vorsitzenden gewählt werden, will ich eine neue Mannschaft aus Männern und Frauen aufbauen, die auf lokaler Ebene Politik machen, sich vielleicht als Bürgermeister engagiert haben und sich nicht mehr mit der alten Parteimentalität identifizieren", meinte er.

Es sei wichtig, eine starke PD aufzubauen, um die Mitte-Rechts-Allianz um Ministerpräsident Silvio Berlusconi zu besiegen und auf effiziente Weise das Land zu regieren. "Wir müssen in die Zukunft blicken und nicht mehr zurückschauen. Die PD ist vor eineinhalb Jahren entstanden und wir müssen sie mit all unseren Kräften unterstützen. Wir haben noch einen langen und schwierigen Weg vor uns, doch wir werden es zusammen schaffen", erklärte der Oppositionschef.

Franceschini zeigte sich mit den Ergebnissen der Kommunal- und Provinzahlen zufrieden. "Vor dem ersten Wahlgang am 6. und 7. Juni waren Italiens Großstädte mehrheitlich noch in den Händen der Rechten. Die PD war gebeugt und gedemütigt. Jetzt hat sich die Lage tiefgreifend geändert. In einem von rechten Winden durchfegten Europa verliert Italiens Mitte-Rechts-Allianz nach einem einzigen Jahr an der Regierung an Stimmen. Die PD hat in vielen Städten und Provinzen gewonnen. Wir sind die stärkste reformorientierte Partei Europas", versicherte Franceschini. (APA)

 

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    Dario Franceschini kündigte überraschend seine Kandidatur für die Parteiführung an.

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