Steve Ballmer sieht düstere Zukunft für traditionelle Medien

25. Juni 2009, 11:32
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Microsoft-Boss in Cannes: "Werbewirtschaft wird permanent auf niedrigem Niveau bleiben"

"Die globale Werbewirtschaft befindet sich nicht in einer Rezession, sondern wird auch in Zukunft permanent auf einem niedrigen Niveau bleiben." Mit dieser düsteren Prognose konfrontierte Microsoft-Boss Steve Ballmer am Mittwoch die versammelte Werbebranche auf dem Cannes Lions International Advertising Festival.

Pessimistische Einschätzung

Wie der Guardian berichtet, sei diese pessimistische Einschätzung vor allem als Warnung für die Medienunternehmen gedacht, die bereits seit geraumer Zeit mit einem deutlichen Einbruch im Anzeigengeschäft zu kämpfen haben. Diese sollten laut Ballmer erst gar nicht mehr damit rechnen, dass sich die entsprechenden Einnahmen wieder auf Vor-Rezessionsniveau erholen würden. "Die Umsätze wandern zunehmend in den digitalen Sektor ab.

Geschäftsmodelle anpassen

Traditionelle Rundfunkbetriebe und Printmedien müssen ihre Geschäftsmodelle basierend auf der Tatsache entwickeln, dass sie künftig nur mehr einen kleineren Teil des Werbekuchens abbekommen", so Ballmer. Der Microsoft-Chef, der in diesem Jahr als "Media Person of the Year" beim Werbefestival in Cannes geladen war, skizzierte in seiner Rede ein generell sehr trostloses Zukunftsbild für die traditionelle Medienlandschaft. "Wir können zwar darüber diskutieren, wie lange es noch dauern wird. In spätestens zehn Jahren wird der traditionelle Content von Zeitungen aber ausschließlich digital sein. Dann wird es keine klare Trennung zwischen Zeitungen, Magazinen und TV-Programmen mehr geben", gab sich Ballmer überzeugt.

Persönliche, soziale Kommunikation

Gleiches gelte für die persönliche, soziale Kommunikation, die sich künftig gänzlich ins Internet verlagern werde. "Statische Inhalte werden in der Zukunft nicht überlebensfähig sein", betonte Ballmer. Mit Ausnahme von Google, das bereits gut am Digitalmarkt verdienen könne, hätten es die Zeitungshäuser aber bislang verabsäumt, ein geeignetes Geschäftsmodell vorzulegen, mit dem sie "ernsthafte digitale Umsätze" generieren könnten, kritisierte der umtriebige Microsoft-CEO. Dass insbesondere die Zeitungs- und Zeitschriftenbranche gegenwärtig eine umfassende Krise zu überstehen hat, ist der Auffassung vieler Experten nicht allein den einbrechenden Werbeeinnahmen zu verdanken.

Tief greifende Strukturkrise

"Die Branche befindet sich in einer tief greifenden Strukturkrise. Allein durch die Überwindung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise wird sich die Situation im Printsektor nicht wieder erholen können", hatte Maurice Levy, Vorsitzender und CEO der Publicis Groupe, dem viertgrößten Werbenetzwerk der Welt, erst kürzlich auf dem FIPP World Magazine Congress in London erklärt. "Die rückläufige Entwicklung am Werbemarkt ist durchaus prekär. Im Vergleich zu Ländern wie den USA oder Großbritannien geht es der Branche in Deutschland aber immer noch erkennbar besser", stellt Anja Pasquay, Sprecherin des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).(pte)

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    Microsoft-Boss Steve Ballmer bei seiner Rede in Cannes.

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