Starker Auftritt von Melzer in zweiter Runde

25. Juni 2009, 10:49
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Österreicher gewinnt ge­gen Hertogenbosch-Sieger Benjamin Becker - Nächster Gegner: Aufschlag-Kanone Roddick - Patricia Mayr verlor gegen Lisicki

London - Jürgen Melzer hat zum sechsten Mal in Folge bei einem Grand-Slam-Turnier die dritte Runde erreicht. Der Tennisprofi aus Deutsch-Wagram setzte sich am Donnerstag beim mit 14,9 Millionen Euro dotierten Turnier in Wimbledon gegen den Deutschen Benjamin Becker nach 2:17 Stunden mit 7:6 (6),6:3,7:6 (1) durch und trifft nun auf Andy Roddick (USA-6), der gegen den Russen Igor Kunizyn mit 6:4,6:2,3:6 und 6:2 gewann. Endstation war hingegen für Patricia Mayr, die der favorisierten Deutschen Sabine Lisicki mit 2:6,4:6 unterlag.

Starker Beginn

Melzer, Österreichs damit einziger Vertreter im Einzelbewerb des Rasen-Klassikers, begann stark, hatte es sich nach einigen Fehlern aber selbst zuzuschreiben, dass er im ersten Satz ins Tiebreak musste. Mit der 1:0-Führung in der Tasche spielte der Wimbledon-Juniorensieger von 1999 aber groß auf und holte den zweiten Durchgang locker auf seine Seite. Becker, der erst am 20. Juni auf Rasen in Hertogenbosch den ersten Turniersieg seiner Profi-Karriere gefeiert hat, ging aus einer Behandlungspause (Bauchmuskelzerrung) vor dem dritten Satz stark heraus, legte eine 5:2-Führung vor, verließ schlussendlich aber mit einem weiteren verlorenen Tiebrak und der Zweitrundenniederlage den Court.

Melzer befindet sich hingegen im Hoch. "Ich fühle mich hier einfach irrsinnig wohl und hab' ein tolles Selbstvertrauen. Mit dieser breiten Brust gehe ich jetzt in nächste Runde", betonte der 28-Jährige nach dem unerwartet glatten Dreisatzsieg. Im nächsten Spiel gelte es lediglich noch seine Aufschlagleistung ein wenig zu verbessern. "Aber wenn ich so spiele, muss einer ein unglaubliches Match spielen, um mich zu schlagen", strotzte Melzer nur so vor Selbstvertrauen. Vor dem Drittrundenspiel will er am Freitag mit seinen Eltern, die ihm vor Ort "sehr viel Rückhalt" geben, das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds in London besichtigen.

Vorfreude

Gegen den als Nummer sechs gesetzten Roddick nimmt der Niederösterreicher zum bereits elften Mal Anlauf, sein erstes Grand-Slam-Achtelfinale zu erreichen. Melzer hat bisher noch nie gegen den US-Amerikaner (0:8) gewonnen. Auf Rasen ist es überhaupt das erste Duell mit Roddick. "Ich glaube, dass ich ihm mit meinem Aufschlag auf die Rückhand weh tun kann. Das wird ein schönes Match auf einem der großen Courts", meinte Melzer zu dem Duell mit Roddick, mit dem er "ein freundschaftliches Verhältnis" hat.

Mayr mit Aufschlagproblemen

Die 22-jährige Mayr hatte im ersten Satz, in dem sie mit ein paar Schiedsrichterentscheidungen haderte, keine Chance, bäumte sich im zweiten Durchgang aber auf. Die Österreicherin hatte sogar einen Spielball auf das 5:2, den sie allerdings vergab und in Folge war kein Game-Gewinn mehr drinnen.

"Schade, im zweiten hätte ich was machen können. Aber ich hatte Aufschlagprobleme und bin nicht in den Rhythmus gekommen. Sie hat ihre erste Chance genutzt, ich brauche zwölf", meinte Mayr, die zudem erklärte, in der Nacht kaum geschlafen zu haben, mit Bauchschmerzen aufgewacht zu sein und Ellbogenschmerzen zu verspüren.

Nichts zu merken war von der kolportierten Rasenallergie bei Lisicki, Mayr vermutete, dass diese mit Tabletten gut behandelt war. Sie selbst hat Gefallen am grünen Untergrund gefunden. "Es war eine ganz neue Erfahrung, ich wusste vorher nicht, wie ich hier spielen muss. Jetzt habe ich Einblick und weiß, dass ich sehr gut speilen kann, es muss halt alles passen, vor allem mein Aufschlag. Schade, es wäre mehr drinnen gewesen." (APA)

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    Kräfte für die dritte Runde gespart: Jürgen Melzer.

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