Gusenbauer verlässt Arbeiterkammer

25. Juni 2009, 13:05
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Der Ex-Kanzler wird Berater der deutschen WAZ-Mediengruppe

Die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) gab am Donnerstag bekannt, dass der ehemalige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer aus der AKNÖ ausscheiden wird. "Auch wenn es für uns ein inhaltlicher und menschlicher Verlust ist, so stelle ich doch voller Freude fest, dass die Nachfrage nach dem Know-how und der Expertise von Dr. Gusenbauer enorm ist. Allerdings heißt das, dass er in Zukunft seine Verpflichtungen zeitlich nicht mehr mit der Referententätigkeit in der AKNÖ vereinbaren kann", erklärt der designierte Präsident der NÖ Arbeiterkammer, Hermann Haneder, in einer Aussendung. Es handle sich um eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses.

"Faktum ist, dass sich meine Beratungsfirma dynamischer entwickelt als ich es annehmen konnte. Nun haben wir die Konsequenzen besprochen und sind zum Entschluss gekommen, dass sie ein Ende meiner Tätigkeiten in der AKNÖ bedeuten", wird Gusenbauer in der Aussendung zitiert. Er wird ab sofort mit seiner Firma "Gusenbauer Entwicklungs- und Beteiligungs-GmbH" als Süd-Osteuropa-Berater für den deutschen WAZ-Verlag und dessen Ostholding mit Sitz in Wien tätig sein.

Unternehmenssprecher Paul Binder bestätigte einen entsprechenden Bericht des Kurier. Bis vor kurzem war auch der ehemalige SP-Bundesgeschäftsführer Andreas Rudas in der Geschäftsführung der WAZ Ostholding tätig. Außerdem wird Gusenbauer weiter Vorlesungen an US-Universitäten halten.

Gusenbauer habe in seiner Zeit im EU-Referat an mehr als 30 Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen im Vorfeld zur EU-Wahl mit mehr als 2.000 SchülerInnen, Lehrlingen und Betriebsräten initiiert und durchgeführt, so die AKNÖ.

Gusenbauer war schon vor seiner politischen Karriere 1990 in die AKNÖ eingetreten und hat das Referat für Europafragen aufgebaut. Während seiner politischen Tätigkeit war Gusenbauer karenziert. In den letzten Tagen häuften sich die Anzeichen, dass Gusenbauer aufgrund seiner zunehmenden Verpflichtungen in der Privatwirtschaft aus der AKNÖ ausscheiden werde. (red, derStandard.at, 25.6.2009)

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