USA tauschen wieder Botschafter aus

25. Juni 2009, 08:33
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Kontakt zu Kritikern soll verbessert werden - Syrien: Nach vier Jahren - Venezuela: Nach einjähriger Unterbrechung

Washington/Maracay - Die US-Regierung hat ihre diplomatischen Initiativen gegenüber Kritikern fortgesetzt. Nach vier Jahren Vakanz soll der Posten des US-Botschafters in Syrien wiederbesetzt werden, kündigte das Außenministerium in Washington am Mittwoch an. Nach Angaben der venezolanischen Regierung sollen außerdem nach fast einjähriger Unterbrechung wieder Botschafter mit Venezuela ausgetauscht werden.

Mit der Entsendung eines Botschafters nach Damaskus sollten die vollständigen diplomatischen Beziehungen wiederhergestellt werden, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Die USA hatten im Jahr 2005 ihren Botschafter in Syrien aus Protest gegen den Mordanschlag auf den libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Rafik Hariri abgezogen und den Posten nicht wieder besetzt. Sie warfen Syrien eine Rolle bei Hariris Ermordung vor.

"Schritt in richtige Richtung"

Ein syrischer Botschaftssprecher in Washington begrüßte die Ankündigung als "Schritt in die richtige Richtung". Sie sei "definitiv ein Zeichen der Aufrichtigkeit seitens der Regierung Obama". US-Präsident Barack Obama bemüht sich seit seinem Amtsantritt im Jänner, die gespannten Beziehungen zu nahöstlichen Ländern wie Syrien und Iran zu verbessern. Washington will Syrien, das derzeit eine enge Allianz mit dem Iran unterhält, in eine Friedensregelung zwischen Israel und den Palästinensern einbinden.

In den vergangenen Wochen hatten sich die diplomatischen Avancen Washingtons an Syrien verstärkt, vorletzte Woche besuchte der Nahost-Sondergesandte George Mitchell die Hauptstadt Damaskus. Aus Regierungskreisen in Washington verlautete wiederholt, dass die Vakanz des Botschafterpostens in Syrien die umfassende Nahost-Friedensinitiative Washingtons eher behindere.

Venezuelas Außenminister Nicolas Maduro teilte unterdessen mit, dass sein Land und die USA "in den kommenden Tagen" wieder Botschafter austauschen wollten. Caracas und Washington erhofften sich davon eine "flüssigere Kommunikation", sagte er in Maracay. Venezuelas USA-kritischer Staatschef Hugo Chávez hatte im September 2008 den US-Botschafter ausgewiesen, um sich mit der bolivianischen Regierung solidarisch zu zeigen. Diese hatte zuvor den US-Botschafter unter dem Vorwurf der Einmischung in innere Angelegenheiten ausgewiesen. Die USA forderten daraufhin Venezuelas Botschafter zum Verlassen des Landes auf. (APA/AFP)

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