Post- und Telekombeamte sollen Personalnot lösen

25. Juni 2009 00:18

Beamtenministerin will 1.200 arbeitslose Ex-Bedienstete für Schreibtischarbeiten umschichten - Damit sollen mehr Polizisten auf der Straße zur Verfügung stehen

Wien - Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) denkt daran Post- und Telekom-Mitarbeiter bei der Polizei einzusetzen und so den dortigen Personalmangel zu bekämpfen. 1.200 frühere Bedienstete bei Post und Telekom, die derzeit ohne Funktion seien, könnten bei der Exekutive für Verwaltungstätigkeiten eingesetzt werden, berichtete die "ZiB" am Mittwoch. Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) hat bereits Beamte ihres Ressorts für die Umsetzung einer solchen Lösung auserkoren. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) fordert eine Aufstockung um 2.000 Mann.

Schreibtischarbeiten

"Die Fälle bearbeiten auf dem Schreibtisch, am Computer - also die Verwaltungstätigkeiten, die die Polizisten jetzt sehr aufhalten, die könnten von anderen Beamten getätigt werden", erklärte Heinisch-Hosek. Dadurch würden mehr Exekutivbedienstete für Kriminalitätsbekämpfung auf der Straße zur Verfügung stehen. Die genauen Pläne sollen noch mit Finanzminister Josef Pröll abgeklärt werden.

Fekter begrüßt Vorschlag

Innenministerin Maria Fekter begrüßte den Vorschlag am Mittwochabend. "Freigestellte Mitarbeiter aus dem Post- und Telekombereich können für Verwaltungsaufgaben der Polizei eingesetzt werden. Es ist positiv, dass die Beamtenministerin diese Idee von Finanzminister Josef Pröll jetzt auch aufgreift", meinte sie. "Wir haben bereits Spitzenbeamte des Innenministeriums für die Arbeitsgruppe im Beamtenministerium nominiert. Ebenso wurde ein Katalog erstellt, welche Tätigkeiten im Verwaltungsbereich für die Sicherheit von freigestellten Post- und Telekommitarbeitern übernommen werden können."

Bezüglich der Möglichkeit, dass auch Beamte aus dem Verteidigungsministerium für die Aufstockung infrage kommen könnten, verwies Fekter-Sprecher Gregor Schütze auf Heinisch-Hosek. "Es gibt mehrere Varianten, die die Ministerin jetzt mit Fekter und Pröll diskutieren wird", betonte deren Sprecherin Dagmar Strobel.

Faymann fordert 2.000 zusätzliche Planstellen

Faymann hatte am Dienstag nach dem Ministerrat seine Forderung nach 2.000 zusätzlichen Planstellen bei der Polizei erneuert und Heinisch-Hosek bei der Regierungssitzung beauftragt, gemeinsam mit Fekter und Pröll über den Sommer zu klären, wie eine Aufstockung bei der Exekutive finanziert werden könnte.

Der Stelleplan sieht laut Strobel ohnehin 1.000 zusätzliche Posten für die Polizei vor, darüber hinaus gebe es eine "eiserne Reserve für Notfälle", wie die jetzige Kriminalitätszunahme. Für die zusätzliche Aufstockung um 1.000 Beamte müsste die Innenministerin im Vorfeld eine Einsatzkonzept vorlegen, da es um Finanzierungsfragen gehe. Eine Lösung müsse einstimmig im Ministerrat beschlossen werden.

Pröll: Eine Idee ist noch kein Konzept

Grundsätzliche Unterstützung für den Vorschlag von Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, bei Post und Telekom nicht benötigte Beamte in der Exekutive einzusetzen, kommt von Finanzminister Josef Pröll (ÖVP). Über die Finanzierung will Pröll aber noch nichts sagen. Er sprach am Donnerstag von einer "spannenden Idee". "Aber eine Idee ist noch kein Konzept und ohne Konzept ist es zu früh über Finanzierungsfragen zu reden", so der Finanzminister. 

Die nötigen Vorarbeiten müsse nun Heinisch-Hosek leisten, hieß es am Donnerstag im Finanzministerium. Man müsse ausloten, wie groß die Bereitschaft der Betroffenen zum Wechsel sei und welche Fähigkeiten sie mitbringen. Von Post und Telekom zur Exekutive wechseln könnten aus Sicht des Finanzministeriums unter anderem jene rund 500 Beamte, die derzeit ohne regelmäßige Tätigkeit im "Karriere- und Entwicklungscenter" der Post untergebracht sind. Bei der Polizei könnten diese Beamte etwa Verwaltungstätigkeiten ausüben und so die Exekutivbeamten entlasten. 

Personalmangel Zollwache kann nicht mit Postbeamten abgedeckt werden

Abgelehnt wird im Finanzministerium der Plan, Beamten-Planstellen aus der Zollwache zur Polizei zu verlagern. Auch die Zollwache sei ein "sicherheitsrelevanter" Bereich. Wenn es unbesetzte Planstellen gebe, dann sei das Teil der Personalentwicklungsstrategie. Zudem habe das Finanzministerium seinen Personalstand in den letzten Jahren von 30.000 auf 15.000 reduziert, betonte ein Pröll-Sprecher. (APA)

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Angelika70
25.06.2009 22:11

seit wann dürfen post und telekombeamte dinge erledigen, die im rahmen der strafrechtspflege zu erledigen sind? das ist nämlich die arbeit der polizisiten.

diese ministerin hat einen hohen spassfaktor!

cHL
25.06.2009 19:20
irgendwas hats da...

wieviele posten gibts denn innerhalb polizei wirklich die man einfach so mit irgendwem besetzen kann??

ich hoffe ja doch dass die anzahl da eher gering ist...

suboptimal
 
25.06.2009 19:53
gar keine, tät ich sagen

und ich zitiere hier jemanden, mit dem ich sicher zu 80% sehr anderer Meinung bin

http://derstandard.at/?url=/pli... 0/13335188

Die Tante pfeift aus dem letzten Loch und spuckt jeden 2. Tag die immer noch originelleren Ideen aus: Wurstsemmelkontingente für Flüchtlingsbetreuung, SOKO aus dienstzugeteilten Landeier-Spezialisten, die woanders fehlen, und jetzt halt _irgendwen_ als Verwaltungsbeamte für Polizeiarbeit. Dieser Unsinn hat Methode.

flux.
29.06.2009 14:16
also ich für meinen teil

hab nicht das gefühl, dass die dame(n) auf der BH, die befragungen und niederschrift zu "aufforderung zur rechtfertigung" im zuge von verwaltungsstrafverfahren durchführt, polizistin ist/sein muss.
und den portier in der BPDion st.pölten z.b. könnt auch leicht jemand anderer machen.
es gäb sicher genug geeignete arbeitsfelder

levi
25.06.2009 18:25

beamte aus dem "karriere- und entwicklungscenter", going postal bei der polizei, macht ja gleich mehr sinn.

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
25.06.2009 18:11
Ich würde gleich alle Postler und Telekommler!

Noch in Nahkampf Briefschlichten!
Scharfschiesen mit Quelle Packerln!
Verfolgungsjagd mit Postcady
Foltertechnik bei Verhöhren Prosbekte auf den Kopfhauen bis er auspackt!

Ausbilden dan wird Österreich wieder sicher.

Surveyor1
25.06.2009 18:24
Volle Zustimmung!

Zusätzlich würde ich noch ein paar arbeitslose Lehrer dazupacken, um das Rechtschreibniveau deutlich zu heben!

Surveyor1
25.06.2009 18:55
PS:

Falls da jemand etwa falsch verstanden haben sollte: "das Rechtschreibniveau einiger POSTER, nicht POST-L-ER". Das nur zur Klarstellung!

naja2009
 
25.06.2009 18:09
...guter Vorschlag Frau Minister...

geht absolut in Richtung Effizienz.Die Richtung passt,auch wenn Sie sich zum Thema "gleicher Lohn" meiner Meinung nach etwas vergallopiert hatten.Respekt.

Marion Simmel
25.06.2009 18:04
... da muss ich immer an diesen

Betriebsrat der Post denken Marke Dreschpappn und dem Betonschädl! Ein Monat Privatwirschaft und endlich mal was hackln würde diesem Typen nicht schaden!

living reef
25.06.2009 17:45
wie lange ist es her

dass das pass und meldeamt zum magistrat gekommen ist. dies wurde damals auch damit argumentiert, dass mit dieser maßnahme die polizei von schreibtischarbeiten entlastet werden soll und entsprechend mehr beamte auf der strasse sind!
altes sprichwort: wer einmal lügt.....
die ganze aktion ist nicht glaubhaft!

epep
25.06.2009 17:33
was? wirklich?? eine Beamtenministerin ...

... hat so einen grandiosen vorschlag? wo leute, die sowas wie beamte waren, die aber nie etwas mit der polizeiarbeit zu tun hatten, einfach umgeschichtet werden? umgeschichtet wie die aktenberge, die umgeschichtet werden? haett ich mir nie gedacht, das ein solch grandioser vorschlag von einer beamtenministerin kommt ...

offensichtlich ist einE beamtenminsiterIn sowas wie das personifizierte beamtentum, so aehnlich wie aphrodite die personifizierte liebe war.

FloW ERlebnis
25.06.2009 17:00
*aufzeig* Ich! Ich! Ich!


Hab auch eine Idee: Und gleichzeitig werden die Polizeidienststellen zu Postpartnern. Drei Fliegen auf einen Schlag... ;)

Nur so als Ergänzung zu Pilz's Idee:
"Bewaffnung der Müllabfuhr"
http://peterpilz.at/

Aber im ernst, wenn es möglich sein sollte durch geeignete Verwaltungsaufgaben die Polizei zumindest etwas zu entlasten, warum nicht?

Ich bin wirsch, gezogen und gehobelt.
 
25.06.2009 16:51

Warum nicht? Es ist ja nicht so, dass man zum Postler geboren ist und wenn man einmal bei der Post war, nichts anderes mehr lernen kann. Wer in der Privatwirtschaft hat schon sein Leben lang denselben Beruf geschweige denn denselben Arbeitsplatz? Für den Innendienst der Polizei muss man wohl nicht mehr können als für normale Büroarbeiten. Ein Freund von uns ist über 70 und Schotte, er hat erzählt, dass das in GB schon vor Jahrzehnten so war, dass man z. B. von der Post zum Finanzamt gekommen ist (so war es bei ihm).

refe1
25.06.2009 18:08

warum nicht, bevor postler und so mache beamten mit 52 in den ruhestand geschickt werden. jene von der privatwirtschaft mit 60 + usw.

randolf
25.06.2009 16:37
Ja ja

Arbeitskultur made in Autsria. Die Postler machen Polizeiarbeit und die Pfarrer erledigen die Postarbeit. Einfach genial. Bald kann man beim Briefmarkenkaufen einen Diebstahl melden und die Beichte ablegen...

klausenpown
25.06.2009 16:36
Öffentlicher Dienst zusammengelegt

endlich. Die potenziellen Synergien sind unendlich. Postler in den Wachstuben - genial. In Zeiten in denen Postämter zugesperrt werden, kann man, wenn man grade den Einbruch von letzter Nacht meldet, gleich Packerl abgeben und Ansichtskarten aufgeben. Währenddessen stellen die Polizisten auf der Straße die Post zu, sind präsent und bürgernah und nebenbei trainieren sie ihre Reflexe und den Umgang mit aggressiven Gegnern bei Nachbars Wachhund. Dass da noch niemand früher draufgekommen ist, ist schon fast fahrlässig...

Die TA legt man gleich auch noch dazu. Anrufen weil das Internet spinnt, der Postler hebt ab und teilt den Status der letzten Anzeige mit. Auf Wunsch gibts das neue Angebot für TikTak privat.

klausenpown
25.06.2009 17:55

Den gesamten öffentlichen Dienst zusammenlegen, inklusive Kirche und verstaatlichte Banken.

"Ich würd gern a Anzeige machen, a Packerl abholen, den Reisepass verlängern, dann würd i nu gern beichten." "Sofort, dauert nur a paar Minuten. Wollns vielleicht a Brieflos dazu. I seh grad, ihr Bausparer läuft aus, wollns vielleicht an neuen abschließen oder a paar Aktien kaufen?" "Jo gerne, in Meldezettel druckens Ihna eh afoch aus, wenns scho dabei san, könntens ma die Steuerprüfung von meim Einkommensnachweis auf Diensta legen? Weil dann meld i die kleine gleich für den Kindergarten an, wenn i scho da bin." "Ja mach I. Wenn die klane in Kindergarten kommt, brauchens sicher a staatlich geförderte Pensionsvorsorge." "Jo die nehm i dann a nu."

Angelika70
25.06.2009 22:06

Meine Stimme für das beste posting überhaupt!

klausenpown
25.06.2009 18:22

Das ganze wird im staatlichen One-face-to-the-customer Programm eingeführt. Jeder Bürger bekommt seinen Key Account Manager, der ihm in allen Fragen zur Seite steht. Weg von der zentralisierten Bürokratie, wo jeder Beamte nur seine 3 Handgriffe kann, hin zu Bürgernähe, wo die Arbeit Spaß macht, weil mehr Abwechslung dabei ist.

Gerald Ruschka
25.06.2009 17:37

Ihre Zukunftsvision stimmt nur zur hälfte, weil wie wir vor ein paar wochen erfahren haben werden sie die Packerln in zukunft bei der Pfarrersköchin abgeben ;-)

fred h
25.06.2009 16:54
laaaaaach

de ganzen grenzdebilen.....

newromancer
25.06.2009 16:31
Ist doch logisch

wie sollen inkompetente Leistungstraeger zu kompetenten Loesungen finden ...

eben..

da kommt dann halt sowas raus. und wird auch noch zum Ei des Kolumbus hochgelobt. Ist ja schon die 4rte Regierung in Folge, die uns beweist, dasz es immer noch duemmer und unverschaemter geht.

haarspalter
25.06.2009 16:21

wenn man mal miterlebt hat, WIE ein polizeibeamter eine anzeige aufnimmt, ist man froh, wenn das jemand anderer macht.
postbeamte sollten zumindest das alphabet beherrschen.

Angelika70
25.06.2009 22:07

haben kürzlich wieder einmal einen strafzettel erhalten?

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