Berlusconi beschuldigt Callgirl

24. Juni 2009, 21:55
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Patrizia D'Addario: Habe "einen präzisen und hochbezahlten Auftrag erledigt" - Berlusconi kann sich nicht erinnern

Rom - Nach längerem Schweigen hat Silvio Berlusconi in der jüngsten Prostitutionsaffäre zurückgeschlagen. Das Callgirl Patrizia D'Addario, das behauptet, mit dem Premier eine Nacht in dessen Privatresidenz verbracht zu haben, habe "einen präzisen und hochbezahlten Auftrag erledigt".

Er könne sich an sie nicht erinnern. "Ich habe nie für eine Frau bezahlt, und in meinem Privatleben gibt es nichts, wofür ich mich entschuldigen müsste", so Berlusconi in einem Interview mit dem Klatschblatt Chi aus dem hauseigenen Mondadori-Verlag. Schämen müssten sich hingegen jene Zeitungen, die eine Hexenjagd gegen ihn inszenierten.

D'Addario hat die Behauptung des Premiers zurückgewiesen und ihn aufgefordert, seine Anschuldigung zu beweisen: "Wenn er einen Beweis für seine Behauptung hat, soll er ihn den ermittelnden Staatsanwälten vorlegen. Andernfalls soll er seine Anschuldigung zurücknehmen." Die katholische Wochenzeitung Famiglia Cristiana bezeichnete den Premier als "unhaltbar" und forderte den Vatikan auf, zur Affäre Stellung zu nehmen. In einem von der Zeitschrift Micromega abgedruckten Brief appelliert eine Gruppe von Universitätsprofessorinnen an die First Ladies, dem G-8-Gipfel im Juli aus Protest gegen Berlusconis "unzumutbaren Sexismus" fernzubleiben. (mu, DER STANDARD Printausgabe 25.6.2009)

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    Patrizia D'Addario

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