U-Bahn-Mängel waren bekannt

24. Juni 2009, 21:34
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Behörde riet bereits vor Jahren, Züge nachzurüsten - Die Verkehrsbetriebe seien der Empfehlung aber nie nachgekommen

Washington - Bereits drei Jahre vor dem schweren Unglück am Montag hat die Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB) den Washingtoner U-Bahn-Betreiber auf Sicherheitsmängel aufmerksam gemacht. Im Zentrum der Kritik sei gestanden, dass die alten Züge den Schock von Zusammenstößen nur unzureichend abfederten, sagte eine NTSB-Sprecherin.

Die Behörde regte damals an, die bis 1978 gelieferten Züge der 1000er-Serie nachzurüsten oder auszumustern - diese Garnituren zählen zu den ältesten, die in Washington noch in Betrieb sind. Die Verkehrsbetriebe seien der Empfehlung aber nie nachgekommen.

Eine der Bahnen war am Montag mit voller Geschwindigkeit auf einen wartenden Zug aufgeprallt. Neun Menschen starben, darunter die 42-jährige Fahrerin der Unglücksbahn, die nach Angaben der Ermittler erst drei Monate im Dienst war. Die Unglücksursache war am Dienstag weiter unklar.

Bei dem Zug war der Washington Post zufolge eine Bremsenkontrolle überfällig. Der Unglückszug fuhr auf Automatik. Gleichzeitig war die Notbremse ausgelöst - möglicherweise hat die Fahrerin noch versucht, den Zug zu stoppen. Aufschluss erhofften sich die Ermittler von den Fahrtenschreibern, die sich noch im Wrack der stehenden Bahn befanden. Der Unglückszug selbst hat möglicherweise keine Datenschreiber. (APA)

 

 

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