Österreich gegen Titelverteidiger

24. Juni 2009, 21:56
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Dänemark, Island und Serbien heißen die Vorrundengegner des Herren-Teams, gespielt wird in Linz

Wien - Österreichs Handball-Herren treffen bei der Heim-EM 2010 (19. bis 31. Jänner) in der Vorrunden-Gruppe B auf Titelverteidiger Dänemark, den Olympia-Zweiten Island und Serbien. Das ergab die Auslosung am Mittwochabend im Museum Liechtenstein in Wien. Österreichs Team bestreitet seine Gruppenspiele am 19., 21. und 23. Jänner in Linz.

Das erklärte Ziel der Truppe von Österreichs Teamchef Dagur Sigurdsson ist der Aufstieg in die Hauptrunde. Um dies zu erreichen, müssen die ÖHB-Männer in den Top-Drei der Gruppe B landen. Die Endrunde findet in den fünf Spielorten Linz, Graz, Innsbruck, Wr. Neustadt und Wien statt.

Von den weiteren Gruppen verspricht vor allem Pool C in Innsbruck mit dem Weltmeister 2007, Deutschland, Schweden, Polen und Slowenien hohes Niveau wie Spannung. In Gruppe A treffen in Graz Kroatien, Russland, Norwegen und die Ukraine aufeinander, in Gruppe D duellieren einander in Wiener Neustadt Frankreich, Spanien, Ungarn und Tschechien.

Dänemark zog Sigurdsson höchstselbst aus dem Topf, ein Erfolg gegen den Titelverteidiger ist für die Österreicher wohl außer Reichweite. ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner glaubt: "Es wird ein Topspiel zwischen Dänemark und Island um Platz eins und ein Topspiel zwischen Österreich und Serbien um den Aufstieg."

Das Wunschlos aus Topf vier, die Ukraine, blieb Österreich versagt. Stattdessen geht es gegen Serbien, eine Mannschaft, die ausschließlich aus Legionären zusammengesetzt ist. Bei der WM 2009 kam Serbien auf Platz acht. "Typisch jugoslawische Schule, wir sind Außenseiter", urteilte Sigurdsson über den letzten Vorrundengegner.

Immerhin ging für Sigurdsson ein anderer Wunsch in Erfüllung. Das Duell mit seinem Heimatland Island - Deutschlands Teamchef Heiner Brand zeigte da ein glückliches Händchen - hatte der 36-Jährige schon vor der Auslosung herbeigesehnt. "Sigurdsson ist wahrscheinlich derjenige, der Island am besten kennt", freute sich ÖHB-Präsident Gerhard Hofbauer und war mit dem Geschehen im Palais "im Großen und Ganzen sehr zufrieden." (red/APA)

Reaktionen:

Dagur Sigurdsson: "Als ich gesehen habe, dass Island in unsere Gruppe kommt, ist es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen. Emotional habe ich mir Island gewünscht, handballerisch aber nicht unbedingt. Ich schätze, dass viele Isländer nach Linz kommen werden, das freut mich. Wir sind auch gegen Serbien Außenseiter, aber unser klares Ziel ist es weiterhin, in die Hauptrunde aufzusteigen."

Martin Hausleitner (Generalsekretär ÖHB): "Wir hätten es schlechter erwischen können, die Chance aufs Erreichen der Hauptrunde ist da. Das ist eine attraktive Gruppe mit einem Topspiel zwischen Dänemark und Island um Platz eins und einem Topspiel zwischen Österreich und Serbien um den Aufstieg. Ich sehe Serbien absolut in unserer Reichweite. Sie hatten in der Qualifikationsgruppe Resultate, die auch wir absolut erreichen hätten können. Mit dem Heimvorteil im Rücken können wir es schaffen."

Bernd Friede (Teamspieler Österreich): "Mit Serbien als Gegner aus Topf vier sind wir nicht ganz zufrieden. Da hätten wir uns Slowenien oder die Ukraine gewünscht. Aber schwache Teams gibt es bei einer EM ohnehin nicht. Wir nehmen was wir kriegen."

Heiner Brand (Teamchef Deutschland): "Wir haben sicher die schwerste Gruppe (mit Schweden, Polen, Slowenien. Anm.) von allen. Das sind schöne Aufgaben für die Mannschaft. Da können wir sehen, wo wir stehen und ob wir schon so weit sind. Das ist ein offenes Rennen mit einem hohen Risiko."

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    Österreichs Teamchef Dagur Sigurdsson zog sich den Titelverteidiger.

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