Juschtschenko fürchtet Verlust der Europameisterschaft

24. Juni 2009, 19:34
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Kritik des Präsidenten an Regierung Julia Timoschenkos

Kiew/Moskau - Wegen akuter Finanzprobleme fürchtet der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko das Aus für die in seinem Land geplante Fußball-Europameisterschaft 2012. "Das halbe Jahr ist vorbei, meine Verehrten. Und wir haben vom Plan für dieses Jahr nicht einmal ein Elftel erreicht", sagte Juschtschenko am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax. Er warf der Regierung vor, durch ihre Finanzpolitik die gemeinsam mit Polen vereinbarte Ausrichtung der EM zu gefährden.

Die Titelkämpfe könnten nicht mit einem Defizit finanziert werden. "Über was für eine EURO 2012 können wir überhaupt noch reden", fragte Juschtschenko die Regierung von Julia Timoschenko.

Machtkampf

Abgesehen von den finanziellen Problemen liefern sich Timoschenko und Juschtschenko einen innenpolitischen Machtkampf, der als Hauptgrund für den Stillstand in der Ex-Sowjetrepublik gilt. Konkret rügte Juschtschenko den schleppenden Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Von den in diesem Jahr für Verkehrsprojekte eingeplanten rund 239 Millionen Euro seien nur knapp über 10 Prozent ausgegeben worden. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte wiederholt einen schnelleren Bau von Sportstätten, Straßen und Hotels für die EURO 2012 in den Veranstalter-Ländern angemahnt.

Juschtschenko äußerte sich skeptisch, ob die Ukraine bei der Kontrollmission der UEFA am 30. November die notwendigen Fortschritte werde vorweisen können. Er forderte die Regierung von Timoschenko auf, die Anstrengungen zur Rettung des Zuschlags zu verstärken. Aus Protest gegen die Sparmaßnahmen war unlängst der ukrainische Transportminister Iosif Winskij zurückgetreten. Die Ukraine gehört zu den Ländern, die besonders unter der Finanzkrise leiden. (APA/dpa)

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    Viktor Juschtschenko, Präsident

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