Haie auf hoher See ungeschützt ... mit schweren Folgen

27. Juni 2009, 13:06
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Ein Drittel der dort vorkommenden Arten ist vom Aussterben bedroht

Paris - Ein Drittel aller in Hochsee-Regionen lebenden Haiarten sind wegen der Überfischung vom Aussterben bedroht. Dazu zählen auch die Weißen Haie und die Hammerhaie, heißt es in einem aktuellen Status-Report der internationalen Umweltschutzorganisation IUCN. Die IUCN ist weltweit bekannt für die von ihr herausgegebene sogenannte Rote Liste der bedrohten Tiere und Pflanzen.

Die IUCN-Mitarbeiterin Sonja Fordham kritisierte, dass Haie auf hoher See praktisch ungeschützt seien. Die späte Geschlechtsreife der Fische und ihre geringe Nachkommenzahl machten Haie sehr empfindlich gegen Überfischung. Laut Fordham sind international koordinierte Schutzpläne nötig, da auf hoher See unzählige Haie als Beifang in der industriellen Tunfisch-Fischerei verendeten. Der Status-Report zu insgesamt 64 Freiwasser-Haiarten wurde wenige Tage vor einer Internationalen Konferenz zum Tunfisch-Fang auf hoher See veröffentlicht.

Abermillionen gefangene Haie

Dem Report zufolge werden den an Tunfisch-Langleinen gefangenen Haien oftmals nur die Flossen für den asiatischen Markt abgeschnitten und die Haie dann zurück ins Meer geworfen. Diese im Englischen "finning" genannte Praxis sei trotz einzelner Verbote auf hoher See weitgehend unreguliert.

Der IUCN-Report bezeichnet den Großen Hammerhai und den Bogenstirn-Hammerhai als weltweit gefährdet. Vom Aussterben bedroht gelten der Weiße Hai, der Gemeine Hammerhai, der Riesenhai, der Hochsee-Weißspitzenhai sowie zwei Makohai- und drei Fuchshai-Arten. Laut IUCN werden weltweit jedes Jahr rund 100 Millionen Haie gefangen. Der Bestand einzelner Arten sei deshalb in den vergangenen zehn Jahren um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. (APA/red)

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    Auch die Hammerhaie zählen zu den gefährdeten Arten.

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