Flaschen sind in Cannes Werbegold wert

24. Juni 2009, 21:01
  • Es gibt kein richtiges Leben in Flaschen, aber eine fiktive Familie darauf, und drin Biowein: Gold für Oggau-Design an Jung von Matt.
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    foto: jung von matt

    Es gibt kein richtiges Leben in Flaschen, aber eine fiktive Familie darauf, und drin Biowein: Gold für Oggau-Design an Jung von Matt.

  • Die Familie rund um Wiltrude, Mechthild, Joschuari oder Theodora überzeugte die Design-Jury.
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    Die Familie rund um Wiltrude, Mechthild, Joschuari oder Theodora überzeugte die Design-Jury.

  • Auch Kleinvieh bringt Bronze: Demner bei Design für Weinetiketten für Andreas Tscheppe ausgezeichnet.
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    Auch Kleinvieh bringt Bronze: Demner bei Design für Weinetiketten für Andreas Tscheppe ausgezeichnet.

  • Wie findet man Buchhalter, die genau hinsehen?
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    foto: draftfcb

    Wie findet man Buchhalter, die genau hinsehen?

  • Draftfcb fordert sie auf Kontoauszügen zur Bewerbung auf. Brachte Cyber-Gold und zuvor Bronze bei Direct in Cannes.
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    Draftfcb fordert sie auf Kontoauszügen zur Bewerbung auf. Brachte Cyber-Gold und zuvor Bronze bei Direct in Cannes.

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    Löwenübersicht nach Ländern.

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    Gewinner Design.

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    Gewinner Cyber.

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    Gewinner Press.

Einer der besten Jahrgänge für Österreich: Mit Verpackungen für Gut Oggau holt Jung von Matt Designgold - Die Suche nach einem Buchhalter bringt Draftfcb noch Cybergold - Weinetiketten für Tscheppe verhelfen Demner, Merlicek & Bergmann zu Designbronze - Löwenübersicht nach Ländern und Gewinner als Download

Auf Gut Oggau trinkt man die Verwandtschaft: Wiltrude, Mechthild, Joschuari oder Theodora oder Winifried heißen die Weine, Cuvées meist. Die Charaktere der Familie stehen für jene des Flascheninhalts. Nicht der Familie Tscheppe-Eselböck, von denen die Weine stammen. Die haben die Sippe erfunden, mit Jung von Matt/Donau. Emmeram erinnert an einen Agenturchef. Die Werbeagentur gab der fiktiven Familie von Flaschen ihre Gesichter, mit denen die richtige ihre Gebinde schmückt. Beim Weltwerbefestival in Cannes brachten Mechthild, Atanasius & Co Gold im Designbewerb.

Design-Bronze für Demner

Bei dieser Jury kamen Österreichs Flaschen offenbar an wie Österreichs Wein auch sonst in der Welt: Ebenfalls mit Etiketten schaffte Demner, Merlicek & Bergmann in der Cannes-Kategorie Design Bronze. Die schmücken Kleintiere wie Feuersalamander, Hirschkäfer, Libellen. Auch für einen Winzer namens Tscheppe, diesmal Andreas aus Leutschach, laut Agentur nicht verwandt mit den übrigen Tscheppes. Beim New York Festival machten die Demners mit dem Kleinvieh Gold.

Cyber-Gold für Draftfcb

Die Qualität des Jahrgangs in Cannes kommt nicht alleine vom Gold für Oggau: Draftfcb Partners holte mit seiner Suchaktion für einen neuen Buchhalter nach einem Direktmarketinglöwen in Bronze ebenfalls Gold in der Kategorie Cyberlions.

Worum ging's da? Die Wiener Werbeagentur suchte einen Buchhalter, "der genauer hinsieht". Die Idee: Nur wenn der oder die Kandidat/in tatsächlich genauer hinschaut, müsste ihm oder ihr doch eine Buchungszeile auf dem Kontoauszug auffallen, die genau danach fragt, also: "Draftfcb Wien sucht Buchhalter, der genauer hinsieht", dazu ein Name und eine Telefonnummer für Bewerbungen. Dafür überwies Draftfcb anderen Agenturen je einen Euro.

Weitere Löwen in Silber und Bronze hat Jung von Matt/Donau heuer in der Kategorie Media mit Neuroth Hörgeräten abgesammelt.

Dreimal Gold schaffte Österreich 2005, 2003 zweimal plus mehr Silber. Eine Chance, mit diesen bisher besten Jahren gleichzuziehen, gibt es noch: Samstagabend warten Löwen für Film, integrierte Kampagnen und in Titan. In diesen Disziplinen kam Österreich aber bisher nur einmal vor: Werbefilmbronze machte 1985 zum legendären Jahrgang.

Grand Prix bei Cyber, Design und Press

Der Cyber Grand Prix wurde dieses Jahr übrigens gleich drei Mal vergeben, der Award geht nach Australien an Cumminsnitro Brisbane mit "Best Job in the world" für Tourism Queensland, nach Großbritannien an AKQA London für "Eco:Drive" für Fiat und in die USA zu 42 Entertainment Pasadena mit der Arbeit "Why so serious?" für Warner Bros Worldwide Marketing.

Den Design-Grand Prix holte McCann Worldgroup Causeway Bay (Honkong), die mit der Arbeit "Paper Battlefield" für Nike Hong Kong, überzeugten.

Die Löwen in der Kategorie Press wurden ebenfalls Mittwoch Abend verliehen, hier war keine heimische Arbeit auf der Shortlist vertreten. Der Press-Grand Prix ging nach Frankreich, die Agentur Fred & Farid Paris wurde für Kunden Wrangler ausgezeichnet. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 26.6.2009/online ergänzt)

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gratuliere wirklich!

aber den koinig auf der einen flasche hättets euch sparen können;)

Herzlichen Glückwunsch!

Österreich gewinnt den Grand Prix in der Kategorie Neid/Missgunst.

Da san ma seit Jahren ganz weit vorn...

Also, ich mag das Design (und den Wein!).





9 Punkte für Ihr Posting!

Besser geht nicht. Österreichische Agenturbefindlichkeiten auf den Punkt gebracht.

Heinrich,

mir graut vor Dir!

Mir auch ...

Aber vor einem anderen. Weil der mit DEM hat damit überhaupt nichts zu tun.

Erwischt!

Ach SIE sind die, die den kauft.

Klassisch!

Schöner könnte man die Elfenbeinturm-Weltfremdheit der Werbepreise kaum illustrieren. Da gewinnt ein Packaging Gold, das einen ziemlichen Langsamdreher und fast schon Ladenhüter ziert (der ein solcher nicht NUR aber auch zu einem guten Teil WEGEN seines Designs ist). Aber wahrscheinlich gilt auch hier wie längst in der Politik: „das Package ist absolut perfekt, bloss ist es beim Wähler, pardon Weinkonsumenten noch nicht ganz angekommen ... (Klartext: einfach zdeppert der Konsument, nix glernt der Prolet)

süss die formulierung: Bei dieser Jury kamen Österreichs Flaschen offenbar an wie Österreichs Wein auch sonst in der Welt. als wäre österreich weinexportweltmeister. dabei wird z.b. aus australien 10 x mehr wein exportiert, aus südafrika 7 x mehr, aus chile 6 x mehr und selbst aus deutschland 5 x mehr. ganz zu schweigen von den wirklichen weinländern italien, frankreich, spanien.

hoffentlich geht der Tscheppe nicht wieder in die Pleite, bei den Agenturkosten

schiach.

Sehr gute Überschrift.

WARUM?

da hab ich schon in den jahren besser etiketten gesehen, die halt wirklich von designern kommen und mehr konzept haben.

DARUM!

hab auch schon bessere Postings gelesen, die halt wirklich von Leuten kommen, die ne Ahnung haben.

Ich finds sehr gelungen und zurecht ausgezeichnet.
Gratulation!

Die weißen Schachteln, ein typografischer Albtraum...





...

geh sei doch ned so altbacken...
vielleicht hat Linotype die Frutiger nicht laden können...

Geniale Idee für ein Spitzen-Produkt.

Verdientes Gold. Auch für einen Kunden, der so etwas möglich macht wie Eduard Tscheppe.

Ich möchte keinen Wein aus einer Flasche trinken,

von der mich so ein Gfrieß anstarrt. Grässlich! Diese Werbepreise scheinen eine ziemliche Inzuchtveranstaltung zu sein.

Samma jetzt bei den Weinetiketten Wödmasta? Woansinn!

Beim Schlurn

san mas eh scho imma!

Über den Umweg der Design-Flasche

wird auch der qualitätsmäßig minderwertige Inhalt verkäuflich....

also, ich finde die portrait-flaschen g'spritzt (und ob das eine gute werbung für hochpreisigen qualitätswein ist, frage ich mich auch).

Mir gfallen die Etiketten, mir gfallt die Idee und mir schmeckt der Wein - wollt ich bloß sagen!

ich auch. die namen klingen ausserdem a bissl nach der rosenkranzbrut. die mit die viecherl drauf sind mir sympathischer. :)

ich finde sie fürchterlich

musste immer das etikett wegdrehen weil mich diese bilderbuch-bildungsbürger-mit-bobonachwuchs-und -hippsteranhang-family immer so mahnend (du sollst nicht so viel trinken!!!) anstarrte

ist natürlich reine geschmacksfrage
gartuliere dennoch

'ist natürlich reine Geschmacksfrage' was sie ja mit dem Wein gemein haben

Stimme dir aber zu, die Portaits sind penetrant. Bei der Idee läutet bei mir der 'Überschmäh-Alarm'.

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